Sooo .. wir kommen gerade vom Augenarzt. Maya ist tatsächlich weitsichtig mit starker Hornhautverkrümmung und braucht eine Brille. Diese Pupillenerweiterungstropfen waren übrigens fürchterlich, sie musste 3x getropft werden. Das erste Mal war das auch kein großes Problem, beim 2ten und dritten Mal musste ich sie dann schreiend festhalten. Also sie hat geschrieen. Ich hätte aber gerne mitgemacht
.. genau davor hatte ich ja Angst. Aaaaber: Ich kann das erste Mal sagen, daß die Angst vorher schlimmer war als das eigentliche Ereignis. Ja, es war furchtbar, aber nicht der befürchtete “Weltuntergang”. Mal sehen, ob es das beim nächsten Mal leichter macht - sie muss das jetzt 1x im Jahr über sich ergehen lassen
.. Aber sie wird ja auch älter … Oh, auch gut zu wissen: Es hätte nichts geändert, wenn ich die Untersuchung ein Jahr früher hätte machen lassen.
Bei mir allerdings … *seufz* .. ich hab ja mitgemacht, um als gutes Beispiel voranzugehen. Joah. Und nun weiß ich, daß ich Blutungen in der Netzhaut habe. Ist eine diabetische Spätfolge. So wie es klang ist das nach 20 Jahren Diabetes nichts Ungewöhnliches. Ich wäre zwar ziemlich naiv, wenn ich glauben würde, daß meine schlechte Zuckereinstellung nichts damit zu tun hat, aber der Gedanke beruhigt zumindest ein bisschen. Es ist auch noch nicht dramatisch. Ich soll mich auch noch nicht aufregen (jepp, genau, käme mir ja NIE in den Sinn). Im Oktober wird jetzt erstmal ne Kontrastmitteluntersuchung gemacht, und danach wird dann wahrscheinlich gelasert. Und da fangen dann auch schon die Probleme an…
.. zunächst hab ich natürlich Angst vorm Lasern. Datt soll nämlich weh tun. Ungefähr so, als ob einem heißes Fett auf den Arm spritzt. Joah, klingt nicht weiter schlimm - aber IM AUGE? .. *schüttel* .. ja, soll “auszuhalten” sein. Mhm. Ich mag so schwammige Begriffe. Ich dürfte aber vorher Ibuprofen nehmen, und es tut ja auch nicht bei jedem weh, und da, wo bei mir die Blutungen liegen, ist das auch nicht sooo emfindlich. .. OK .. ich glaub, ich sprech dann mal mit meinem Psychologen über Bedarfs-Beruhigungsmittel o.O
Die andere Sache, die mir zur Zeit mehr Sorgen macht: Der Rattenschwanz, der dran hängt. Wenn ich den Bogen mit den Befunden bei meinem Hausarzt abgebe, ist erstmal die Kacke am dampfen. Da kommen dann zig Untersuchungen auf mich zu, die entsprechende Standpauke, das Einmischen in mein Leben, die Tatsache, daß er mir nicht genug Teststreifen verschreiben darf und mich zum Diabetologen schickt, dort dann noch mehr Untersuchungen und regelmäßige Standpauken .. und dazu dann der selbstgemachte psychologische Stress, wenn ich mich selbst mit meiner Zuckereinstellung befassen muss. Ja, wird jetzt nicht jeder verstehen, aber für mich ist das ein RIESEN Problem. Glaubts mir einfach.
Entsprechend fertig bin ich im Moment auch
.. um mich überhaupt irgendwie runterzukriegen, habe ich erstmal folgenden Plan: Ich stell über die nächsten Wochen meinen Zucker erstmal selbst wieder ein. Drumrum komme ich nicht. Ich hab noch ungefähr 100 Teststreifen, damit müsste ich das irgendwie hinkriegen. Am Anfang vielleicht auch erstmal ohne das frustrierende “schlechte Werte aufschreiben”, sondern erstmal nur: Wieder vor jedem Essen messen und vernünftig korrigieren. Aufschreiben dann, wenn es besser wird. Danach gehe ich dann zum Hausarzt. Mit der Hoffnung, daß er mir vielleicht doch mehr Teststreifen aufschreiben kann, wenn ich kooperiere. Ich mein, die Krankenkasse hat gesagt, sie bezahlt so viele Teststreifen, wie ich brauche. Der Sache muss ich dann nochmal auf den Grund gehen .. joah .. und dann mal weitersehen .. alles Schritt für Schritt, keine Panik .. und ja, ich drehe trotzdem grad innerlich durch, aber hey, muss ja nicht jeder wissen >.<
... mein Mann macht es mir heute auch nicht einfacher. Als ich schon quasi fast heulend nach Hause kam, hat er erstmal seelenruhig weiter seine Pakete eingepackt und Wäsche gewaschen. Jut, ist ja OK, hab ich halt gewartet, bis er "aufnahmebereit" war, sollte man ja eh machen. Und dann hab ich ihm das Alles erzählt. Und dabei natürlich geheult... tja .. keine Reaktion. Einziger Kommentar hinterher: "Ich versteh nicht, daß Maya eine Brille braucht. Wir hatten als Kinder doch auch keine." Den Rest musste ich dann in das Schweigen hineininterpretieren. Er schien sauer zu sein, daß ich mir mehr Sorgen um mich selbst mache als um Maya. Ähmm .. OK. Ich bin halt selbst Brillenträger, und mich stört es nicht. Und Maya freut sich sogar zur Zeit darauf, eine eigene Brille zu bekommen (najo, kann sich noch ändern, aber jut). Für mich heißt das gefühlsmäßig: "Alles im grünen Bereich". Und ja, da macht mir meine eigene, blutende Netzhaut denn doch ein paar mehr Sorgen. Sorry, ist halt so. Auch wenn mich das zur schlechten Mutter macht. Es ändert für mich nichts, wenn Maya eine Brille bekommt. Sie ist für mich weiterhin ein hübsches Kind. Für meinen Mann scheint das ein Problem zu sein. Klang so, als ob er es nicht glaubt, und am liebsten eine zweite Meinung einholen würde, um seinem Kind eine "blöde Brille" zu ersparen. Und es fällt mir schwer, das nachzuvollziehen. So wie es ihm mal wieder schwer fällt, meine psychischen Probleme zu verstehen. Dabei müsste er sie nichtmal verstehen, sondern nur akzeptieren. Und son bisschen trösten hätte mir gut getan. Aber das kann er halt nicht. Mal schauen, hab ja morgen den nächsten Termin bei meinem Psychologen, vielleicht ist der da etwas "sensibler" ..
*seufz* .. ich muss dann jetzt Kochen .. und dann mal schauen, wie ich den Rest des Abends rumkriege ..
Edit:
Aaaahhhhrghh… es ist halb 3 morgens, in 4einhalb Stunden muss ich aufstehen. Und ich kann nicht schlafen. Geht einfach nicht. Immer, wenn ich die Augen zumache, kriege ich Herzrasen und fang an zu heulen. Im Moment ist es wohl tatsächlich akute Panik vor der Laserbehandlung. Also zumindest erstmal vordergründig. Aber da bin ich gerade dran - googlen hat zB ergeben, daß man bei der Behandlung sitzt und nicht liegt, was für mich schon nen Unterschied ausmacht. Soll auch nur wenige Minuten dauern. Außerdem steht dort was von “kaum Schmerzen”, und daß dafür die Adern verantwortlich sind, und die Netzhaut selbst schmerzunempfindlich ist. Klingt doch schon viel netter als “heißes Fett im Auge”. Beruhigungsmittel sind bei der Behandlung wohl auch relativ “normal”, also auch kein Grund zur Sorge… und außerdem hat die Ärztin ja auch gesagt, es ist nicht 100% sicher, daß das gemacht werden muss, es sei nur erfahrungsgemäß sehr wahrscheinlich .. und so … ach, fuck .. mit Logik und Information komm ich gegen die Panik trotzdem nicht an .. ich krieg nichtmal meine Hände ruhig .. grrmph .. Essen würde vermutlich helfen, hab auch Hunger wie ein Elch. Geht aber nicht. Zum einen, weil ich natürlich panikartig bereits damit angefangen habe, meinen Zucker einzustellen (mal gucken, wie lange das diesmal anhält..), und das will ich in der ersten Nacht nicht gleich wieder kaputt machen, zum anderen muss ich meine Diät verschärfen. Frei nach dem Motto: wenns mir schon scheiße geht, dann richtig. Und wenn ich meinen Zucker tatsächlich eingestellt kriege, bedeutet das ja auch gleichzeitig eine deutliche Gewichtszunahme, und ich hab die Hoffnung, das zumindest ansatzweise kompensieren zu können. Schwache Hoffnung. Mehrere Kilo Wasser in wenigen Tagen kompensiert man nicht mit ner Diät. Egal.
Hm. Nu hock ich hier. Ahso, ich hatte übrigens dann noch ein 2stündiges Gespräch mit meinem Mann. Kann ich jetzt schlecht zusammenfassen. Ging so in die Richtung Hilflosigkeit, und daß er selbst den Gedanken nicht ertragen kann, daß ich mit meinem Körper so schlecht umgehe und damit aktiv meine Lebenserwartung senke. Da will er nicht drüber nachdenken, und tut es dann wohl auch einfach nicht und blendet es aus. Oder so. Keine Ahnung. Jedenfalls ist die Harmonie erstmal wieder hergestellt, das muss in meinem aktuellen Zustand reichen.
Seine Abneigung gegen Mayas Brille ist übrigens nicht nur optisch begründet - er macht sich auch Sorgen, daß sie schaden könnte. Er weiß ja mittlerweile, daß Kleinkindaugen auch größere Sehschwächen ausgleichen können, und hat jetzt Bedenken, daß die Brille die Augen an der Entwicklung hindert (grob gesagt). Hab versucht, ihm die Gründe klarzumachen. Hatter auch verstanden, aber er traut da den Ärzten nicht. Mal sehen, vielleicht kann ihm der Optiker da am Wochenende weiterhelfen. Aber da kommt dann vermutlich das Argument “Der will auch nur Brillen verkaufen…” ..
.. ach, wird schon.
Ich glaub, ich versuch gleich mal, auf dem Sofa zu schlafen. Vielleicht gehts da besser. Also sobald mein Puls runter ist .. hmmm .. dafür hab ich noch Betablocker als Bedarfsmedikation. Nehme ich extrem selten. Aber heute ist wohl der Bedarf da …