Archiv für 8. September 2007

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Ich mag nicht mehr …

geschrieben am Samstag, 8. September 2007 um 05:41 in Schlaflos, Schwangerschaft

sadwalk
Ich weiß nicht, die wievielte Nacht in Folge ich nun um 3 Uhr wieder wach geworden bin. Nach etwa 2einhalb Stunden Schlaf. Oh, gestern hatte ich das erste Mal wieder Hoffnung geschöpft - da bin ich nach einer Stunde wieder für 2 Stunden eingeschlafen. Aber normalerweise läuft es genauso ab wie heute. Ich gehe so um halb 12 ins Bett/aufs Sofa. Quäle mich etwa eine Stunde, indem ich mich von der linken Seite auf den Rücken, dann auf die rechte Seite und dann wieder zurück wälze wie ein Grillhähnchen, um eine schmerzarme Position zu finden (die es wohl nicht mehr gibt). Das ständige Rotieren macht wohl müde, so daß ich dann gegen halb 1 einschlafe. Und relativ pünktlich werde ich dann um 3 wieder wach, geweckt durch Schmerzen und Alpträume. Und dann sitze ich hier. Bis morgens um 8. An den Computer geh ich schon kaum noch, es macht einfach keinen Spaß. Lesen klappt manchmal, aber nicht immer. Vom Fernsehprogramm um die Uhrzeit brauchen wir gar nicht zu reden. Und auf eine DVD kann ich mich auch nicht konzentrieren.

Heißt also: 5 Stunden sitzen. An die Wand starren. Grübeln.  Eine Angst jagt die nächste. Zur Zeit bin ich immer noch hin und her gerissen, was einen Kaiserschnitt angeht. Ich war lange davon überzeugt, daß ein Wunschkaiserschnitt für mich das Beste wäre. 12-18 Stunden Schmerzen (Durchschnitt bei erster Geburt) im und um den Kreißsaal herum, mögliche Risse und Komplikationen, die Tatsache, daß eine natürliche Geburt kaum planbar ist, etc. Dann kam eine lange Phase, wo ich eine “natürliche Geburt unbedingt schaffen” wollte… dann seit ein paar Tagen/Wochen wieder der Wunsch nach einem Kaiserschnitt. Tja. Und ich weiß es immer noch nicht. Oh, im Großen und Ganzen halte ich den Kaiserschnitt immer noch für “besser”. Wenn es da nicht 2 Haken gäbe. Der erste, emotional etwas weniger dramatische, ist: Es könnte spätere Schwangerschaften behindern/gefährden. Klar, im Moment kann ich mir nicht vorstellen, den ganzen Mist nochmal mitzumachen. Aber Jahre in die Zukunft schauen kann ich nunmal auch nicht.

Der zweite, wesentlich größere Haken ist meine Krankenhaus-Phobie. Bei einer ”spontanen” Geburt habe ich wenigstens die Chance, noch am gleichen Tag oder direkt am nächsten wieder nach Hause zu gehen. Bei einem Kaiserschnitt ist das ausgeschlossen. Im schlimmsten Fall bin ich für eine Weile ans Bett gefesselt. Zur Krönung bei meinem Glück evtl. ausgestattet mit einem Blasen-Katheder (eine weitere Phobie, ausgelöst durch eine traumatische Blasenspiegelung vor ein paar Jahren).
Ich weiß nicht, wie lange ich das aushalten würde. Einen Tag? Vielleicht zwei? Bevor ich mich und Alles um mich rum bekloppt mache? Mich vielleicht wieder selbst verletze, wo ich doch schon so lange “clean” bin ..? *seufz*
Dabei habe ich vermutlich nichtmal eine Wahl. Zur Zeit sieht Alles sehr nach einem Kaiserschnitt aus. Meine Maus hat es sich mit ihrem dicken Hintern schön in meinem Becken bequem gemacht. Ob sie sich nochmal dreht, ist ungewiß. Es ist nicht unmöglich, aber auch nicht sehr wahrscheinlich.

Wenn man da Nacht für Nacht stundenlang drüber nachdenkt, wünscht man sich irgendwann nur noch, daß das Kind irgendwann aufm Klo von selbst rausfällt.

Dazu dann die ganzen “Nebengedanken”. Was passiert, wenn jetzt noch was schief geht? Wie würde ich es verkraften? Und wenn nichts schief geht, wie geht es dann weiter? Schaffe ich das Alles überhaupt? Wird meine Tochter es gut bei mir haben? Was mache ich eigentlich, wenn mein Mann mich verlässt? Bisher war die Reaktion klar: Psychiatrie oder Selbstmord. Mit Kind ist beides eigentlich keine Option mehr. Und nun ist bald noch ein weiteres Wesen auf dieser Welt, das ich so sehr liebe, daß es fast weh tut, und um das ich mir Sorgen machen kann, etc. Und noch tausend andere Gedanken mehr, die ich hier nicht aufzählen kann und will.

Tja. Also wieder eine typische, quälende Nacht. Gleich ist es 6 Uhr. Dann kann ich zum Bäcker gehen und mir mein obligatorisches Käsebrötchen kaufen. Und eine Bildzeitung. 10 Minuten erholsame Ablenkung, Hirn abschalten. Dann noch anderthalb Stunden aufm Sofa rumwälzen, bevor ich gegen 8 zum zweiten Mal für etwa 2-3 Stunden einschlafe. Um mich dann durch den Rest des Tages zu quälen. Ja, das Leben ist schön. Ich bin ganz sicher. Nur meins zur Zeit anscheinend nicht. 

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