Die Vorgeschichte:
Alles begann damit, daß meine Mutter mich vor einiger Zeit fragte, was man denn so aus Kichererbsen machen könnte. Sie hätte da noch eine Dose rumstehen, und wüsste nicht, was sie damit machen sollte. Die Antwort war klar: Falafel! ![]()
Ich habe bisher nur ein einziges Mal Falafel gegessen, auf dem Spektakulum in Dortmund .. öhmm .. letztes Jahr, glaube ich. Und ich fand sie echt lecker.
Die Vorbereitung:
Also habe ich mal im Internetz gegoggelt. Wie ich schon erwartet hatte, gab es hunderte Seiten mit noch mehr Rezepten … *ächz* .. ich habe mich dann relativ spontan für eines der simpleren entschieden: 1 Dose Kichererbsen (welche Größe wurde nicht erwähnt…), 1 Zwiebel, Knoblauch, 1-2 EL Mehl, Koriander, Kreuzkümmel, Salz, Pfeffer, Chili, 1 Ei zum Binden. Alles mixen und frittieren. Fertig.
Ich habe dann zum ersten Mal in meinem Leben Kreuzkümmel und Koriander gekauft
.. das Experiment konnte beginnen.
Der Versuchsaufbau:
Heute mittag um 13 Uhr haben meine Mutter und ich den Versuch aufgebaut. Arbeitsgeräte waren ein Mixer, eine Fritteuse, mehrere Löffel und Schüsseln, 2 Teller, Küchenpapier, und natürlich die Zutaten. Da meine Mutter die Kichererbsen bereits in einem Sieb hatte abtropfen lassen, weiß ich bis jetzt immer noch nicht, wieviel Gramm das waren ..
Um den Blähfaktor zu begrenzen, haben wir uns entschieden, die Zwiebelmenge um 50% zu reduzieren. Ich schnitt die halbe Zwiebel in kleine Stücke und stellte sie bereit.
Das fehlende Chili (der entsprechende Behälter fiel leider der Schwerkraft und den Bodenfliesen zum Opfer) ersetzten wir durch eine Messerspitze Sambal Oelek.
Erste Geschmacksprobe: Eine einzelne Kichererbse direkt aus dem Glas: Igittigitt. Bäh. Irgendwie .. salzig, sauer, leicht verwandt mit dem Geschmack von Mais. Oder war es nur die Konsistenz? (Ich bin leider kein Gourmet, ich kann nichtmal Gouda, Emmentaler und Butterkäse auseinanderhalten.) Jedenfalls konnte ich die Erbse nichtmal runterschlucken, sie ist in der Spüle gelandet. Dennoch wollte ich die Hoffnung natürlich noch nicht aufgeben.
Die Durchführung 1: Mixer
Voller Elan beförderten wir die Zutaten in den Mixer. Alle bis auf das Mehl, das sollte erst später hinzugegeben werden.
Bei den Gewürzen ging ich nach der alt bewährten Methode vor: Dose drüber halten, mehrmals kräftig schütteln, wird schon passen.
Beim Einschalten des Mixers stießen wir auf ein ernstes Problem: Er war einfach nicht stark genug, um die Kichererbsen zu zerkleinern.
Nachdem die Geruchsbelastung in der Küche durch den heiß laufenden Motor ein kritisches Ausmaß angenommen hatte, entschied sich meine Mutter dafür, Wasser zu dem Gemisch hinzuzugeben. Sie ist schließlich erfahrene Hausfrau und Köchin - allerdings eher in der .. gut-bürgerlichen, deutschen Küche zu Hause. Was im Prinzip bedeutet: Mit Butter schmeckt irgendwie Alles.
Dennoch habe ich nicht widersprochen, ein bisschen Wasser konnte ja nicht schaden. Aber mir kamen erste Zweifel, als dann Tasse um Tasse im Mixer landeten.. wie sich später zeigen wird, waren die Zweifel durchaus berechtigt …
Aber immerhin hatten sich nun alle Kichererbsen zusammen mit den Zwiebelstücken, dem Ei und den Gewürzen wie gewünscht in eine recht homogene Masse verwandelt.
Zweite Geschmacksprobe: Die gewürzte Teigmasse: Immer noch extrem ekelig. Aber schon nicht mehr sooo schlimm wie die einzelne Kichererbse. Runterschlucken war mit etwas Mühe möglich. Der Geschmack erinnerte entfernt an .. Ejakulat. Mit Kreuzkümmel und Koriander.
Die Durchführung 2: Schüssel
Da meine Mutter den Nachwuchs beaufsichtigen musste, war ich ab jetzt erstmal auf mich allein gestellt. Ich beförderte die Masse in eine Schüssel, um das Mehl hinzuzufügen.
Wie ich schon befürchtet hatte: es sah eher aus wie Pudding.
Ich hatte in einer PC-Kochschule gelernt, daß Falafel in den Handflächen zu Bällchen geformt werden sollen. Dabei habe ich auch jedesmal sehr gut abgeschnitten.
Mit der mir vorliegenden Teigmasse war daran allerdings nicht zu denken. Ich hätte mir damit prima die Hände eincremen können - aber Bällchen formen? Niemals.
Also kam das Mehl zum Einsatz. Die angegebenen 1-2 Esslöffel hatten praktisch keine Wirkung. War auch nicht zu erwarten, da die Originalrezeptur durch eine nicht unerhebliche Menge Wasser erweitert worden war (siehe oben).
Löffel für Löffel verwandelte sich der Pudding zu einem zähen Brei. Immer noch weit von einer formbaren Konsistenz entfernt. Meine Mutter gab dann aus dem angrenzenden Wohnbereich den Tipp, es mal mit Paniermehl zu versuchen, das ja wesentlich besser bindet. Da meine Mutter wie schon erwähnt jahrlange Erfahrung auf diesem Gebiet hat (*hust*) wurde das natürlich gleich in die Tat umgesetzt.
Dritte Geschmacksprobe: Überraschung: es schmeckt nach Mehl. Mit Kreuzkümmel. Und Koriander.
Die Durchführung 3: Teller
Der Teig schien sich nun halbwegs formen zu lassen. Aber nur halbwegs. Daher entschieden wir uns, die annähernd ballförmigen Klumpen zusätzlich in Paniermehl zu rollen, um die Klebrigkeit etwas zu reduzieren. Das hat auch ganz gut funktioniert, so daß wir uns nach etwa der Hälfte des Teiges dazu entschlossen haben, in die Endphase des Experimentes zu gehen:
Die Durchführung 4: Fritteuse
Meine Mutter konnte in der Zwischenzeit den Nachwuchs davon überzeugen, daß die Katze viel toller ist als die Omma, und dadurch den Platz an der Fritteuse einnehmen - während ich versuchte, die klebrigen Teig-Brei-Reste von meinen Händen zu entfernen.
Die Fritteuse wurde mit frischem Pflanzenfett befüllt und auf 180°C aufgeheizt - und endlich glitten die ersten “Bällchen” in das heiße Fett.
Laut Rezept sollte es etwa 7-8 Minuten dauern, bis die Falafel goldbraun und verzehrfertig sind. Wir entschieden uns, sie bereits nach 4-5 Minuten zu entnehmen, um eine weitere Schwarzfärbung zu vermeiden. Sie wurden zum Abtropfen auf einen Teller mit Küchenpapier gelegt.
Um die letzte Geschmacksprobe vornehmen zu können, wollten wir die Bälle mit einem Löffel zerteilen. Leider waren sie so hart, daß wir ein Messer nehmen mussten …
Vierte Geschmacksprobe: Unglaublich: tatsächlich essbar. Ein bisschen wie Kroketten. Mit Koriander und Kreuzkümmel. Aber - ich kann es kaum fassen - sie schmeckten auch ein bisschen nach .. FALAFEL! Falls mich meine Nicht-Gourmet-Geschmackserinnerung nicht getäuscht hat.
Weiterer Verlauf:
Um der Sache mit der Härte näher auf den Grund zu gehen, haben wir testweise ein paar Löffel der Teigmasse direkt in die Fritteuse gegeben - also ohne sie in Paniermehl zu wälzen. Gut, die hatten dann keine Kugelform mehr, aber das war uns mittlerweile egal. Und tatsächlich waren die “Nocken” dann etwas weicher als die Paniermehl-Bälle ![]()
Da die Dinger aber immer noch etwas trocken waren, haben wir überlegt, wie man das ganze etwas pimpen könnte. Unsere Wahl fiel auf Kräuter-Frischkäse, in den wir die Falafel dippen konnten.
Fünfte und letzte Geschmacksprobe: Ja - tatsächlich irgendwie lecker. Gar nicht mal schlecht, zusammen mit dem Frischkäse. Nach 2-3 Bällen schmeckt das Zeug richtig gut. Nach 5-6 Bällen ist man dann allerdings auch satt.
Das Fazit:
Joah .. war ein interessantes Experiment. Vielleicht wiederhole ich es nochmal mit einem stärkeren Mixer, um Wasser und Mehl zu sparen. Oder ich mache es nochmal genauso - immerhin war es am Ende überraschenderweise doch ganz lecker. Auch meine Mutter und der Nachwuchs haben fleißig gegessen.
Aber morgen gibts dann doch erstmal wieder Nudeln mit Tomatensoße …




16. März 2009 um 16:07 Uhr
Na looooos, ich will mehr lustige Geschichten !! xD
26. März 2009 um 11:02 Uhr
ich auch
.. aber es passiert halt nix *seufz*
20. April 2009 um 01:01 Uhr
Ich danke vielmals für die kulinarische Inspiration, für die Ermutigung zu eigenen Experimenten:
VORGESCHICHTE:
Alles begann damit, dass meine Mutter mich niemals fragte, was man aus Kichererbsen machen könnte. Da sie trotzdem eine Dose rumstehen hatte, war mir klar: Lafafel!!
Ich hatte bisher nie Lafafel gegessen, auch nicht auf dem Spelunkilum.
VORBEREITUNG:
Also habe ich mal im Internet gegoogelt. Wie ich schon erwartet hatte, gab es kein einziges Rezept für Lafafel. Ich habe mich dennoch für ein recht simples entschieden: eine Dose Kichererbsen und eine Tüte Mehl. Alles mixen und frittieren. Fertig.
DURCHFÜHRUNG:
Voller Elan beförderte ich die Zutaten in den Mixer. Alle bis auf das Mehl, daraus wollte ich noch leckere Butterkekse backen.
Beim Einschalten des Mixers stieß ich auf ein Problem: Ich besitze gar keinen Mixer und hatte die Kichererbsen nur in eine Schüssel gegeben.
Auf das anschließende Frittieren konnte ich so gut, wie auf jede Geschmacksprobe verzichten.
FAZIT:
Das obige Falafel-Experiment finde ich weitaus interessanter. Und sollte ich jemals einen Mixer erwerben, werde ich darin erstmal eine Portion Nudeln mit Tomatensoße aufschäumen…
20. April 2009 um 01:13 Uhr
Wenn ich deinem Experiment richtig gefolgt bin, ist das Ergebnis: eine Schüssel mit Kichererbsen.
Ich würde die auf die Fensterbank stellen und schauen, ob sich daraus irgendwann intelligentes Leben entwickelt^^
.. und gemixerte Nudeln mit Tomatensoße schmecken nicht so doll. Die gibts ja ziemlich ähnlich als Baby-Gläser .. nichtmal ordentliche Gewürze machen die Pampe richtig schmackhaft
20. April 2009 um 21:50 Uhr