*seufz* .. gestern hatte ich noch ein echt nettes Gespräch mit einem Arzt. Der mir nochmal Alles erklärt hat - und der auch betonte, daß man sich noch nicht sicher sein kann, was es ist. Rein theoretisch wäre sogar noch was Gutartiges möglich, wenn auch wenig wahrscheinlich. Aber es gibt ja auch noch mehrere Grade von “Bösartigkeit”. Am Montag sollte möglichst viel des Tumors entfernt werden, auch wenn vermutlich nicht Alles erwischt werden kann, weil er recht tief liegt. Er meinte aber auch, daß sich die Symptome vermutlich nochmal verbessern werden, wenn ein Teil des Tumors entfernt wurde. Sie würden höchstwahrscheinlich nicht vollständig verschwinden, aber immerhin …
.. also insgesamt ein eher .. aufbauendes Gespräch ..
Heute rief mich dann der .. öhmm Chef- oder Oberarzt an. Der ironischerweise genau heute, wo ich den ersten Tag mal NICHT im Krankenhaus war, Zeit für mich hatte *rolleyes*.
Da klang die Sache dann doch etwas anders. Er meinte, es wäre wichtig, daß mal jemand “Klartext” mit mir redet (jepp, Alarmglocken an). Es sieht nicht gut aus. Er hat heute mit meiner Mutter gesprochen, und sie sei schon SEHR verwirrt (ach, echt?!?). Zusammen mit der MRT-Aufnahme eindeutig ein Zeichen für ein fortgeschrittenes Stadium. Die Aufnahme weise auch sehr stark auf das befürchtete Glioblastom hin. Außerdem gibt es auf dem Bild Anzeichen für einen zweiten Tumor .. also eigentlich erstmal nur eine “Kontrastmittelanreicherung”, aber es wäre gut möglich.
Er meinte auch, daß die OP wahrscheinlich nur auf eine Probenentnahme hinausläuft, da der Tumor sehr tief in wichtigem Gewebe liegt .. womit meine ergoogelten Hoffungsstorys von jahrelangem, fast symptomfreien Überleben trotz Glioblastom fast hinfällig werden, da diese immer darauf basieren, daß der Tumor fast vollständig entfernt werden konnte .. ![]()
Mutters “neue” Sehstörungen, die ich auf das Haldol geschoben habe (sie wird ruhiggestellt, damit sie nicht verwirrt im Krankenhaus rumläuft), kommen übrigens doch vom Tumor. Der liegt zwar im Temporallappen, Nähe Hippocampus und (Hypo?)Thalamus, aber die “Sehbahn” läuft direkt daran vorbei ..
Ja, Alles immer nur Wahrscheinlichkeiten, Verdacht hier, starke Vermutung da .. aber das Gespräch klang ziemlich nach dem typischen “bereiten Sie sich auf das Schlimmste vor” ..
Es wurde im Prinzip Alles bestätigt, was ich mir so zusammengegoogelt hatte ..
Nee, keine Sorge. So schnell gebe ich die Hoffnung trotzdem nicht auf. Es KÖNNTE immer noch etwas sein, das nicht so schlimm ist wie ein Glioblastom. Unwahrscheinlich, aber MÖGLICH. Und daran halte ich mich erstmal fest .. Genau werde ich das erst Ende nächster Woche wissen, und es macht keinen Sinn, mich jetzt schon bekloppt zu machen .. zum Glück habe ich ein Kind, das mich “erdet”, und für das eine weitergelebte Normalität wichtig ist. Und vor meiner Schwester muss ich ja auch “den Schein wahren”, denn sie weiß noch von nichts. Ich werde sie einbeziehen, wenn ich es genau weiß. Dann auch - im Fall des Falles - mit professioneller Hilfe .. die Sache ist für “normale” Menschen schwer genug, in eine geistig Behinderte und vermutlich auch psychisch Kranke will ich mich erst gar nicht hineindenken. Mal ganz davon ab, daß Mutter seit Ihrer Geburt die einzige “echte” Bezugsperson in ihrem Leben ist ..
.. aber wie gesagt, darüber mache ich mir Gedanken, wenn ich eine gesicherte Diagnose habe ..
Ich lenk mich jetzt erstmal mit Kochen und Kind ab .. liebe Kirsten: ich hätte Dich mit den “Neuigkeiten” (sofern es denn welche sind) direkt angerufen, aber mein Telefon muss erstmal auf die Ladestation .. kannst ja heute Abend nach halb 11 mal anrufen, falls Du das hier rechtzeitig liest .. ansonsten melde ich mich dann .. keine Sorge, jetzt im Moment geht es mir trotzdem ganz gut .. so, mein Kind hat Hunger ..




Sodele .. nachdem der letzte, gefühlsmäßig verwirrte Beitrag unserem neuen Familienmitglied nicht gerecht wird, folgt hier nun die offizielle Vorstellung 