Archiv für die Kategorie „Familie“

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Auf .. und wieder ab ..

geschrieben am Donnerstag, 16. Juli 2009 um 19:09 in Familie

*seufz* .. gestern hatte ich noch ein echt nettes Gespräch mit einem Arzt. Der mir nochmal Alles erklärt hat - und der auch betonte, daß man sich noch nicht sicher sein kann, was es ist. Rein theoretisch wäre sogar noch was Gutartiges möglich, wenn auch wenig wahrscheinlich. Aber es gibt ja auch noch mehrere Grade von “Bösartigkeit”. Am Montag sollte möglichst viel des Tumors entfernt werden, auch wenn vermutlich nicht Alles erwischt werden kann, weil er recht tief liegt. Er meinte aber auch, daß sich die Symptome vermutlich nochmal verbessern werden, wenn ein Teil des Tumors entfernt wurde. Sie würden höchstwahrscheinlich nicht vollständig verschwinden, aber immerhin …
.. also insgesamt ein eher .. aufbauendes Gespräch ..

Heute rief mich dann der .. öhmm Chef- oder Oberarzt an. Der ironischerweise genau heute, wo ich den ersten Tag mal NICHT im Krankenhaus war, Zeit für mich hatte *rolleyes*.

Da klang die Sache dann doch etwas anders. Er meinte, es wäre wichtig, daß mal jemand “Klartext” mit mir redet (jepp, Alarmglocken an). Es sieht nicht gut aus. Er hat heute mit meiner Mutter gesprochen, und sie sei schon SEHR verwirrt (ach, echt?!?). Zusammen mit der MRT-Aufnahme eindeutig ein Zeichen für ein fortgeschrittenes Stadium. Die Aufnahme weise auch sehr stark auf das befürchtete Glioblastom hin. Außerdem gibt es auf dem Bild Anzeichen für einen zweiten Tumor .. also eigentlich erstmal nur eine “Kontrastmittelanreicherung”, aber es wäre gut möglich.
Er meinte auch, daß die OP wahrscheinlich nur auf eine Probenentnahme hinausläuft, da der Tumor sehr tief in wichtigem Gewebe liegt .. womit meine ergoogelten Hoffungsstorys von jahrelangem, fast symptomfreien Überleben trotz Glioblastom fast hinfällig werden, da diese immer darauf basieren, daß der Tumor fast vollständig entfernt werden konnte .. :(
Mutters “neue” Sehstörungen, die ich auf das Haldol geschoben habe (sie wird ruhiggestellt, damit sie nicht verwirrt im Krankenhaus rumläuft), kommen übrigens doch vom Tumor. Der liegt zwar im Temporallappen, Nähe Hippocampus und (Hypo?)Thalamus, aber die “Sehbahn” läuft direkt daran vorbei ..
Ja, Alles immer nur Wahrscheinlichkeiten, Verdacht hier, starke Vermutung da .. aber das Gespräch klang ziemlich nach dem typischen “bereiten Sie sich auf das Schlimmste vor” ..
Es wurde im Prinzip Alles bestätigt, was ich mir so zusammengegoogelt hatte ..

Nee, keine Sorge. So schnell gebe ich die Hoffnung trotzdem nicht auf. Es KÖNNTE immer noch etwas sein, das nicht so schlimm ist wie ein Glioblastom. Unwahrscheinlich, aber MÖGLICH. Und daran halte ich mich erstmal fest .. Genau werde ich das erst Ende nächster Woche wissen, und es macht keinen Sinn, mich jetzt schon bekloppt zu machen .. zum Glück habe ich ein Kind, das mich “erdet”, und für das eine weitergelebte Normalität wichtig ist. Und vor meiner Schwester muss ich ja auch “den Schein wahren”, denn sie weiß noch von nichts. Ich werde sie einbeziehen, wenn ich es genau weiß. Dann auch - im Fall des Falles - mit professioneller Hilfe .. die Sache ist für “normale” Menschen schwer genug, in eine geistig Behinderte und vermutlich auch psychisch Kranke will ich mich erst gar nicht hineindenken. Mal ganz davon ab, daß Mutter seit Ihrer Geburt die einzige “echte” Bezugsperson in ihrem Leben ist ..
.. aber wie gesagt, darüber mache ich mir Gedanken, wenn ich eine gesicherte Diagnose habe ..

Ich lenk mich jetzt erstmal mit Kochen und Kind ab .. liebe Kirsten: ich hätte Dich mit den “Neuigkeiten” (sofern es denn welche sind) direkt angerufen, aber mein Telefon muss erstmal auf die Ladestation .. kannst ja heute Abend nach halb 11 mal anrufen, falls Du das hier rechtzeitig liest .. ansonsten melde ich mich dann .. keine Sorge, jetzt im Moment geht es mir trotzdem ganz gut .. so, mein Kind hat Hunger ..

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Drei Worte

geschrieben am Samstag, 11. Juli 2009 um 06:57 in Familie, Schlaflos

Ok. Ich geb’s auf. An Schlaf ist einfach nicht zu denken. Den Tag über kam ich eigentlich ganz gut damit zurecht, und die halbe Nacht habe ich mich mit arbeiten und lesen abgelenkt … aber sobald ich ins Bett gehe führen diese verdammten drei Worte zu Heulkrämpfen. Und damit ich nicht auch noch Mann und Kind wecke, stehe ich jedesmal wieder auf .. und um mich abzulenken, natürlich ..
.. “Verdacht auf Glioblastom” .. (bei Interesse bitte googeln) .. ja, es ist nur ein Verdacht .. mehr als diese drei Worte konnte ich im Krankenhaus nicht in Erfahrung bringen, da kein Arzt erreichbar war. Heute vermutlich auch nicht. Morgen .. vielleicht. Ich könnte kotzen bei so einer Betreuung …
.. also habe ich nur diesen einen Satz aus meinem halb-unerlaubten Blick in die Krankenakte .. und ein nachfolgendes, äußerst deprimierendes Googeln ..

Klar, ich versuche mich an die Hoffnung zu klammern, daß es doch was anderes ist. Irgendwas nicht so schlimmes. Aber selbst wenn … ich kann mir nicht vorstellen, daß noch irgendwas völlig Gutartiges dabei rauskommt. Und daß Mutters Symptome wieder weggehen ist auch sehr unwahrscheinlich … was im Prinzip bedeutet .. daß ich meine Mama schon letzten Samstag irgendwie .. verloren habe .. ja, klingt jetzt total bescheuert .. aber sie hat sich so verändert .. sie merkt sich nichts, rein gar nichts mehr .. ein normales Gespräch ist so gut wie nicht mehr möglich ..
… ich versuche krampfhaft, mich an die letzte Situation zu erinnern, in der sie noch “normal” war .. aber es fällt mir einfach nicht mehr ein .. die vorletzte Woche war sie ja auch schon krank, irgendwas mit dem Magen, und auch schon nicht mehr ganz auf der Höhe .. so im Nachhinein könnte die Übelkeit auch gar nix mit der diagnostizierten Magenschleimhautentzündung zu tun gehabt haben, sondern schon ein Symptom für erhöhten Gehirndruck gewesen sein .. aber wer geht schon bei Übelkeit mit Verdacht auf Hirntumor ins Krankenhaus?! .. was solls, unnütze Gedanken .. die Woche früher hätte nichts verändert .. am Wochenende jetzt machen sie im Krankenhaus ja auch nichts .. nehme ich an .. sagt mir ja keiner .. da liegt also meine völlig unzurechnungsfähige Mama, und die stellen vielleicht irgendwelche Sachen mit ihr an. Und ich erfahre es nicht. Weil sie auf den ersten Blick nicht unzurechnungsfähig erscheint, denke ich. Sie erinnert sich zwar an nix, aber zu irgendwas zustimmen oder was unterschreiben kann sie ja noch. Sie weiß es nur 2 Minuten später nicht mehr .. sie hat keine Chance, darüber nachzudenken. Sie nimmt einfach die aktuelle Situation als gegeben hin, denn es gibt nichts anderes mehr für sie. Man könnte ihr sagen, Frau T., wir amuptieren ihnen gleich das Bein, das ist notwendig .. ist das in Ordnung? .. und sie würde mit ziemlicher Sicherheit einfach Ja sagen, weil sie ja nichtmal weiß, warum sie im Krankenhaus ist .. mein Gefühl sagt mir, daß das dem Pflegepersonal dort noch nicht ganz klar ist .. ich hoffe, daß ich das in den nächsten Tagen irgendwie klären kann .. falls sich mal ein Arzt blicken lässt ..
.. es ist so grausam, Mutters Änderungen mit anzusehen .. aber so sehr ich meine “alte” Mama auch wiederhaben möchte - für sie ist es wohl besser so. Ich selbst kann den Gedanken schon nicht ertragen, daß sie Maya vielleicht nicht mehr aufwachsen sieht .. wie soll SIE sich fühlen, wenn sie weiß, daß sie sich von ihrer heißgeliebten Enkelin trennen muß?! .. ich kann da gar nicht drüber nachdenken, dann läuft mein Hirn Amok ..

.. und weil mein Hirn auch gerade schon in diese Richtung unterwegs ist, muss ich hier abbrechen. Ist ja auch alles sinnlos, wenn ich nicht mehr weiß als diese beschissenen drei Worte .. Ich werde jetzt die gefühlt 80te Zigarette rauchen, schon wieder irgendwas essen, das Buch zu Ende lesen, das schon fast zu Ende ist .. und dann doch noch irgendwie schlafen .. mit dem Wissen, daß ich mich morgen den Tag über wieder ganz gut halten werde .. übrigens ohne das Gefühl zu haben, daß ich mich verstelle oder was verdränge, es geht mir dann tatsächlich besser .. ist tagsüber wohl einfach nur leichter .. bis zur nächsten Nacht ..

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Das passiert doch immer nur den Anderen?!

geschrieben am Freitag, 10. Juli 2009 um 00:01 in Familie

Ist doch so? Schlimme Dinge treffen nicht die eigene Familie, immer nur Fremde, ODER? .. *haumitkoppauftischkante*

Ich fang mal von vorne an, ist mir gerade nach ..

Alles begann damit, daß meine Mutter am Samstag plötzlich wirres Zeug von sich gab. Sie sollte mich zum Bahnhof fahren, sagte aber, sie fühle sich “hufflepuff” (!!!), außerdem müsse sie noch ein Brot backen. Und irgendwas mit Harry Potter war da auch noch… so völlig ohne Zusammenhang, und sie schien auch nicht zu begreifen, daß sie da gerade Mist erzählt ..
Ich bin da schon leicht alarmiert übers Wochenende weggefahren. Ich mein, vielleicht war sie ja doch gerade erst wach geworden, oder sie hat das Wetter nicht vertragen, oder zu wenig getrunken, oder oder oder … auch als sie dann am Samstag Abend am Telefon meinte, ob wir schon gefrühstückt hätten, habe ich versucht, mir noch keine allzu großen Sorgen zu machen ..

Leider war die Sache als ich wiederkam dann doch nicht vorbei. Sie hat zwar nicht mehr wirr dahergeredet, dafür war sie ungewöhnlich still. Und ständig müde. Sie hat den halben Tag verschlafen. Dazu dann schon recht große Kurzzeit-Gedächtnislücken.
Früher ist sie immer vormittags so gegen elf zu mir gekommen, zum brunchen, quatschen, Kind sehen .. die letzten Tage habe ich um 12 Uhr angefangen, sie zu wecken. Dann um halb 1 nochmal. Und um 1. Und um halb 2 .. und jedesmal hatte sie vergessen, daß ich sie schonmal angerufen hatte .. und das ging dann die ganze Woche so weiter ..

Dann hat mich heute vormittag meine Schwester angerufen, um von Problemen auf der Firma zu berichten. Dabei hat sie dann beiläufig erwähnt, daß Mama sie gestern Abend zur Arbeit schicken wollte. Außerdem würde in der Küche auf dem Herd das Essen vergammeln ..
Da habe ich mich spontan entschlossen, Mutters Hausärztin anzurufen. Die versprach dann, sich bei meiner Mutter zu melden ..

Daraufhin bin ich dann hoch zu meiner Mutter gegangen, um Bescheid zu sagen … da wurde mir dann erst so richtig bewusst, WIE gross die Gedächtnislücken sind.. ich habe ihr 5 oder 6 mal in nur wenigen Minuten Abstand gesagt, daß ihre Ärztin anrufen wird. Und sie hat es immer wieder vergessen. Sie saß einfach nur verwirrt auf dem Sofa.

Als die Ärztin dann anrief, haben sie kurz miteinander gesprochen. Sie würde dann abends zur Sicherheit mal vorbeikommen .. und die Ärztin gab mir den Auftrag, meine Mutter zum Trinken zu animieren. Wäre schließlich das Wahrscheinlichste, daß die ganze Verwirrung von Flüssigkeitsmangel kommt.

Also habe ich meine Mutter gebeten, mit nach unten zu kommen, weil ihre Wohnung nicht kindersicher genug ist, um sich dort länger mit einem Kleinkind aufzuhalten. Ja, kein Problem, sie wäre gleich da ..

.. nach ner halben Stunde habe ich angerufen .. sie wusste von nichts .. aber sie wäre gleich da .. das gleiche Spielchen nochmal ne halbe Stunde später, und dann nochmal .. nach ner weiteren halben Stunde habe ich sie dann persönlich abgeholt .. sie hatte sich wieder hingelegt, und wusste natürlich immer noch nichts davon, daß sie zu mir kommen sollte. Oder daß sie mit der Ärztin gesprochen hat. Oder das die Ärztin abends noch kommen will ..

Sie hat dann 2 Stunden halb schlafend auf meinem Sofa verbracht, während ich sie “gezwungen” habe, 2 Gläser Cola zu trinken und mal von nem Brötchen abzubeißen.

Als die Ärztin dann kam, hat sie sie direkt ins Krankenhaus geschickt. Der Flüssigkeitsmangel wäre schon erheblich, da sollte zur Sicherheit mal einer gucken ..

Also 3 Stunden in der Aufnahme .. ist ja nicht so, daß ich das nicht mittlerweile kennen würde .. nach EKG, großem Blutbild, Lungen-Röntgen, etc. war auch da die einhellige Meinung, daß die Verwirrtheit am Flüssigkeitsmangel liegt, und es war geplant, sie ein paar Tage dazulassen, vollzupumpen, und dann weiter zu schauen ..

Ich habe dann nochmal darauf hingewiesen, daß meine Mutter sich wirklich sehr verändert hat, und das ganze sehr plötzlich. Daraufhin wurde dann doch zur Sicherheit ein Neurologe hinzugezogen ..

Der hat dann nach den üblichen Händewackel- und Augenroll-Übungen erstmal nichts weiter feststellen können .. aber als ich dann gesagt habe, daß meine Mutter sich nicht daran erinnern kann, daß sie vor ner halben Stunde geröngt wurde, daß sie ihr Blut abgenommen haben, also praktisch nichts mehr von gesamten Aufenthalt, hat er sie doch nochmal befragt .. und stellte fest, daß sie sich nichtmal mehr erinnern konnte, welches Jahr wir haben ..

Also wurde ein CT angeordnet, und dann auch recht zügig durchgeführt.

Meine Mutter hat von alldem nicht wirklich viel mitbekommen. Sie hat nur immer wieder gesagt, sie wäre so schrecklich müde. Und ich sähe auch müde aus. Ich sollte mich doch hinlegen. … bis zum eintreffen der CT-Bilder habe ich ihr also immer wieder erklärt, daß ich mich im Krankenhaus nicht so einfach hinlegen kann ..

Nach ner gefühlten Stunde kam dann der Neurologe, tippt auf dem Computer rum, schaut sich die Bilder an .. und geht wieder. Ohne ein Wort zu sagen. Ich habe noch mitbekommen, wie er mit nem Kollegen telefoniert hat, mehr nicht ..
Nach ner weiteren halben Stunde kam dann die Stationsärztin zu mir, und hat mir endlich die Diagnose gesagt:

Gehirntumor.

Bamm. Einfach so. Wie groß, und was, und wie, und überhaupt, alles unbekannt (oder es wurde mir nur nicht gesagt ..). Da ist halt was in Mutters Gehirn, was da nicht hingehört. Näheres würde man in den nächsten Stunden / Tagen herausfinden, wenn die Neurochirurgen von ihrer OP wieder zurück sind und ein MRT gemacht wurde …
Da um den Tumor herum auch noch eine leichte Schwellung ist, liegt sie jetzt erstmal zur Sicherheit auf der Intensivstation und bekommt wohl sowas wie “abschwellende Medikamente”.

Und nun hocke ich hier. Und versuche mich in einer Mischung aus Verdrängen und “positiv Denken”. Also möglichst nicht drüber nachgrübeln, und wenn, dann immer an die Möglichkeit, daß es vielleicht gar nicht so schlimm ist. Immerhin weiß ich ja noch gar nix. Ist vielleicht gutartig, wird rausgeschnitten, fertig. Oder ist einfach mit Tabletten zu behandeln. Kann ja Alles sein ..

.. dummerweise sagt mein Bauchgefühl was anderes. Die mitleidigen Blicke der Krankenschwestern und das beiläufige, mitfühlende Schulter-Streicheln der Ärztin sind halt doch nicht spurlos an mir vorbei gegangen ..
.. außerdem neige ich eh dazu, immer vom Schlimmsten auszugehen. Eigentlich ganz praktisch, weil man dann - zumindest theoretisch - darauf vorbereitet ist. Aber alleine der Gedanke, daß meine Mutter vielleicht ihre Enkelin nicht mehr aufwachsen sieht, ist schon so schmerzhaft, daß ich zwischendurch doch immer mal in Tränen ausbreche ..

Nungut. Heute Nacht wird sich an der Situation erstmal nichts ändern. Morgen weiß ich vielleicht schon mehr. Und es ist auch irgendwie tröstend, daß meine Mutter alles wieder vergißt - also auch die ganzen Untersuchungen, und vermutlich auch die Diagnose .. als ich mich auf der Intensivstation von ihr verabschiedet habe, machte sie zumindest den Eindruck, als ob sie immer noch nicht so genau weiß, was sie eigentlich im Krankenhaus soll ..

Dann drückt mal die Daumen, daß die Sache dann doch noch irgendwie .. positiv endet. Also so positiv, wie es unter den Umständen möglich ist …

29.
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Katze abzugeben ..?

geschrieben am Montag, 29. Juni 2009 um 00:05 in Familie

Ich bin gerade tottraurig :( .. ich befürchte, ich werde meine kleine, süße Jenna abgeben müssen. Nach fast 9 Jahren.

Auslöser ist der Wutanfall meines Mannes, als er bemerkt hat, daß sie ihm Schuhe und Arbeitsanzug vollgepinkelt hat. Mal wieder. Wie gesagt - Auslöser, nicht der Grund!
Der Grund ist, daß ich das Gefühl habe, daß sie sich hier einfach nicht mehr wohl fühlt. Und das drückt sie unter anderem eben mit dem Protestpinkeln aus.

Angefangen hat das ja schon vor über anderthalb Jahren, als Maya geboren wurde. Ganz am Anfang ging es noch, aber seit mein Kind “grapschen” kann, ist Jenna eigentlich nur noch auf der Flucht. Zum Protestpinkeln kam es da zwar noch nicht, aber sie hat sich da schon ziemlich zurückgezogen.

Dann ist irgendwann Fly, ihre Schwester gestorben. Und sie wurde nochmal ein ganzes Stück ruhiger.
Den “Rest” haben wir ihr dann wohl gegeben, als der Kater ins Haus kam. Hätte ich vorher geahnt, daß sie ihn einfach nicht leiden kann, hätte ich ihn ja niemals geholt. Aber ich dachte ja, sie ist Zweisamkeit gewöhnt, und da sie immer stiller wurde, dachte ich, ich tue ihr was Gutes, wenn sie wieder einen Spielkameraden bekommt :( Ich hab ja auch wochenlang gehofft, daß sie sich noch aneinander gewöhnen. Zeitweise sah es ja auch ganz gut aus, nach ein paar Wochen haben sie sich sogar EINMAL ein Kissen geteilt.
Das war’s dann aber auch. Wir haben den Kater jetzt seit November, über ein halbes Jahr - und sie faucht ihn immer noch an, wenn er näher als 2 Meter kommt :( .. und seit etwa diesem halben Jahr pinkelt sie eben alles an, was auf dem Boden liegt. Und besonders gerne alles, was nach meinem Kind riecht ..

Und ihr gesamtes Verhalten zeigt mir, daß sie eigentlich einfach nur ihre Ruhe will. Sie kommt nur noch alle paar Tage an, um mit mir zu schmusen. Ansonsten ist sie immer nur auf der Suche nach einem ungestörten Plätzchen und läuft geduckt durch die Gegend. Zuletzt habe ich sie ab und zu liegend im Katzenklo gefunden .. ich mein .. wie schlecht muss es einer Katze gehen, damit sie sich freiwillig in ein müffelndes Katzenklo legt?! Ist ja nicht so, daß sie es nur macht, wenn es gerade “frisch” ist :(

Normalerweise sollte man ja sagen, daß die ältere Katze auch die älteren Rechte hat, ergo müsste der Kater wieder gehen. Aber da spielen ja auch schon wieder andere Faktoren eine Rolle. Der Kater ist zB ein super Spielkamerad für meine Tochter, während Jenna sie nur anfaucht und auch schon mehrfach gekratzt hat. Der Kater pinkelt (höchstwahrscheinlich) auch nichts an. Das wird zu einem wichtigen Argument, wenn das Kinderzimmer erstmal fertig ist - wir müssten versuchen, Jenna irgendwie aus dem Kinderzimmer rauszuhalten. Denn nur, weil der Kater dann weg wäre, mag sie mein Kind ja nicht lieber .. und ein stinkendes, vollgepinkeltes Zimmer möchte ich meiner Tochter ja nun auch nicht antun.
Mal ganz davon ab, daß es meiner Katze ja auch nur halb-gut gehen würde, wenn das Kind so einen Stress verursacht :(

*seufz* .. ich liebe Jenna. Sie ist seit 9 Jahren Familienmitglied. Sie ist eingezogen, als sie gerade 4 oder 5 Wochen alt war. Und Fly habe ich ja schon verloren. Ich heule schon seit ner Stunde, obwohl die Entscheidung noch gar nicht gefallen ist. Und jetzt, wo ich zu ihr rüber gucke, sieht sie auch gar nicht mehr so traurig aus wie sonst. Kind ist ja im Bett, der Kater wärmt hier mit dem Hintern meine PC-Maus, jetzt hat sie ja Ruhe ..
Aber was, wenn es ihr woanders wirklich besser geht? Was bin ich für ein Katzenhalter, wenn ich meiner unglücklichen Katze nicht helfe, nur weil ich sie unbedingt behalten will? Ich mein, wenn sie schwer krank wäre und es stünde die Entscheidung an, ob sie eingeschläfert werden muss - dann würde ich sie ja auch erlösen, und nicht weiter leben lassen, nur damit ich sie noch nicht gehen lassen muss ..

Ich müsste also einen ruhigen, kinderlosen Haushalt finden, der meine 9 Jahre alte Katze als Einzelkatze aufnimmt (wobei ich natürlich nicht sicher sein kann, ob sie nicht vielleicht doch eine ruhige, ältere Zweitkatze akzeptieren würde, die sie nicht ständig mit Spielaufforderungen “belästigt”). Die zwar lieb und zutraulich ist, aber dennoch öfter mal ihre Ruhe braucht. Die evtl. auch dort zwischendurch mal stress- oder protestpinkelt, vielleicht auch ne Zeit lang am Anfang, wegen der Umstellung. Die auch immer wieder Probleme mit ihrem linken Ohr hat und zwischendurch behandelt werden muss. … habe ich da überhaupt eine Chance? .. Ins Tierheim geben kann ich sie auf keinen Fall, ich will, nein, ich MUSS wissen, wo sie unterkommt…
Gut, auf der positiven Seite steht, daß sie keinen Freigang braucht. Außerdem kratzt sie nicht an Möbeln oder Wänden, räumt keine Regale leer, wühlt nicht in Mülltüten, bettelt nicht und frisst eigentlich alles…

Ach, ist doch alles scheiße. Ich hab die fürchterliche Vorstellung im Kopf, daß ich sie abgebe, und es geht ihr trotzdem nicht besser. Oder daß wir im Nachhinein doch noch herausfinden, daß der Kater genauso Alles anpinkelt und mein Mann dann immer noch regelmäßig ausrastet (ist sehr unwahrscheinlich - Jenna habe ich schon zigmal erwischt, den Kater noch nie ..).

Also nochmal ne Nacht drüber schlafen. Und heulen. Nein, ich will sie nicht abgeben. Es wird mir eine lange Zeit sehr schlecht gehen, wenn ich es tue. Aber immer noch besser, als wenn es IHR den Rest ihres Lebens schlecht geht :(

Nachtrag
so .. es ist jetzt 5 Uhr morgens. Und ich heule seit geschlagenen 2 Stunden durch. Beim kleinsten Gedanken daran, Jenna wegzugeben, kriege ich sofort nen Heulkrampf .. :( .. ich kann mir noch so oft einreden, daß sie ja eh nicht mehr so oft zum Schmusen kommt, daß es ihr woanders besser geht, daß es im Grunde “nur” ein Tier ist, etc. .. es nützt nix .. ich bin völlig am Ende .. ich will mir gar nicht ausmalen, was passiert, wenn wirklich jemand käme um sie mitzunehmen .. entweder, ich fall schon vorher vor den Leuten auf die Knie und bettel darum, sie hierzulassen .. oder ich breche völlig zusammen, wenn sie aus der Tür raus sind. Und werde dann meinen Mann tagelang heulend anflehen, sie zurückzuholen .. meine Güte, ich musste mich schon so richtig zusammenreißen, um meine tote Fly nicht doch noch wieder auszugraben (!!) .. wie soll das werden, wenn ich weiß, daß Jenna noch “irgendwo” ist, und ich nicht zu ihr darf?? .. ich glaub, ich pack das einfach nicht ..

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5.

Muttertag

geschrieben am Sonntag, 10. Mai 2009 um 13:34 in Familie

Erínnert Ihr Euch noch an meinen Beitrag zum Muttertag vom letzten Jahr? Wo ich meinen Mann so gelobt habe?

Joah. Dieses Jahr gab es als Ausgleich .. NICHTS. Gar nichts. Keine Blumen. Kein Frühstück*. Keine Pralinen. Nicht mal ne nette Botschaft im Editor beim Monitor-Einschalten. Einfach nichts.

:(

Das macht mich ganz schön traurig ..

(*OK, meine Mutter (!!) hat mir 2 Croissants gebacken)


PS: Ich habe heute (einen Tag später) “nachträglich” ne Packung Milka-Herzen und ein “Ich liebe Dich” per Text-Editor bekommen .. :) .. war ihm wohl doch etwas unangenehm, daß es mir gestern deswegen so schlecht ging ..

18.
4.

Unerwartete Gäste

geschrieben am Samstag, 18. April 2009 um 02:39 in Familie, Schlaflos

Ja, nachts um 3 hätte ich wirklich nicht mit Geburtstagsgästen gerechnet. Schon gar nicht mit 5 Stück, 4 brummig, einer nett, allesamt in schicke, orangene (oder waren es rote?) Warnwesten gekleidet und mit großen, blinkenden Autos ..
Naja, eigentlich sollte man wohl keine Witze machen, wenn der Notarzt kommen muss. Aber der eine nette Sani hat mir so fröhlich zum Geburtstag gratuliert .. und wir zwei wollten die Stimmung wohl auch irgendwie etwas auflockern - die ernsten Gesichter der anderen vier haben meine Schwester nämlich nicht gerade beruhigt.
Die Arme hatte nen schweren Asthma-Anfall, und ihr Spray hat nicht mehr geholfen, so daß wir Hilfe holen mussten. Dummerweise ist sie mindestens so phobiegeplagt wie ich, so daß zu dem Anfall noch ne heftige Panikattacke dazukam. Erst ging es ihr wieder besser. Bis ihr dann gesagt wurde, daß sie doch ins Krankenhaus muss … wir hatten gehofft, sie kriegt ein entspechendes Medikament, und dann ist wieder gut. Leider nicht :( .. und als meine Mutter dann sagte, daß sie mit ins Krankenhaus und dann auch über Nacht dabeibleiben muss und der Notarzt dann meinte, Letzteres ginge nicht, war’s dann wieder ganz vorbei. Logischerweise. Neeneenee .. meine Schwester ist zu 100% geistig behindert, und der Typ wusste das auch. Sie kann nicht alleine im Krankenhaus bleiben, fertig. Punkt. Aus. Irgendwann wird das auch mal bei den Halbgöttern in Weiß ankommen, ich bin ganz sicher :roll:

Ich hab Mutter gesagt, sie soll das in Ruhe im Krankenhaus abklären. Erstmal sind sie jetzt eh 1-4 Stunden in der (Not-)Aufnahme. Und wenn sie dann wirklich weggeschickt wird .. muss sie ja nicht gehen. Kann sie ja keiner zwingen, höchstens mit Polizeigewalt .. und ob die wirklich eine Mutter von ihrem geistig behinderten Kind trennen..? Glaub ich nicht. Und so weit wird es schon nicht kommen.
Abgesehen davon ist der Notarzt meines Wissens eh nur “Lieferant” und hat mit der Aufnahme später nix mehr zu tun, und hat damit auch nix zu melden.

Joah. Dann warte ich mal auf den Anruf meiner Mutter. An Schlaf ist jetzt eh erstmal nicht zu denken. Aber ich bin Schlafmangel ja gewöhnt ..

5.
3.

Das Falafel-Experiment

geschrieben am Donnerstag, 5. März 2009 um 02:27 in Familie, Merkwürdigkeiten

Die Vorgeschichte:
Alles begann damit, daß meine Mutter mich vor einiger Zeit fragte, was man denn so aus Kichererbsen machen könnte. Sie hätte da noch eine Dose rumstehen, und wüsste nicht, was sie damit machen sollte. Die Antwort war klar: Falafel! :D
Ich habe bisher nur ein einziges Mal Falafel gegessen, auf dem Spektakulum in Dortmund .. öhmm .. letztes Jahr, glaube ich. Und ich fand sie echt lecker.

Die Vorbereitung:
Also habe ich mal im Internetz gegoggelt. Wie ich schon erwartet hatte, gab es hunderte Seiten mit noch mehr Rezepten … *ächz* .. ich habe mich dann relativ spontan für eines der simpleren entschieden: 1 Dose Kichererbsen (welche Größe wurde nicht erwähnt…), 1 Zwiebel, Knoblauch, 1-2 EL Mehl, Koriander, Kreuzkümmel, Salz, Pfeffer, Chili, 1 Ei zum Binden. Alles mixen und frittieren. Fertig.
Ich habe dann zum ersten Mal in meinem Leben Kreuzkümmel und Koriander gekauft ;) .. das Experiment konnte beginnen.

Der Versuchsaufbau:
Heute mittag um 13 Uhr haben meine Mutter und ich den Versuch aufgebaut. Arbeitsgeräte waren ein Mixer, eine Fritteuse, mehrere Löffel und Schüsseln, 2 Teller, Küchenpapier, und natürlich die Zutaten. Da meine Mutter die Kichererbsen bereits in einem Sieb hatte abtropfen lassen, weiß ich bis jetzt immer noch nicht, wieviel Gramm das waren ..
Um den Blähfaktor zu begrenzen, haben wir uns entschieden, die Zwiebelmenge um 50% zu reduzieren. Ich schnitt die halbe Zwiebel in kleine Stücke und stellte sie bereit.
Das fehlende Chili (der entsprechende Behälter fiel leider der Schwerkraft und den Bodenfliesen zum Opfer) ersetzten wir durch eine Messerspitze Sambal Oelek.

Erste Geschmacksprobe: Eine einzelne Kichererbse direkt aus dem Glas: Igittigitt. Bäh. Irgendwie .. salzig, sauer, leicht verwandt mit dem Geschmack von Mais. Oder war es nur die Konsistenz? (Ich bin leider kein Gourmet, ich kann nichtmal Gouda, Emmentaler und Butterkäse auseinanderhalten.) Jedenfalls konnte ich die Erbse nichtmal runterschlucken, sie ist in der Spüle gelandet. Dennoch wollte ich die Hoffnung natürlich noch nicht aufgeben.

Die Durchführung 1: Mixer
Voller Elan beförderten wir die Zutaten in den Mixer. Alle bis auf das Mehl, das sollte erst später hinzugegeben werden.
Bei den Gewürzen ging ich nach der alt bewährten Methode vor: Dose drüber halten, mehrmals kräftig schütteln, wird schon passen.
Beim Einschalten des Mixers stießen wir auf ein ernstes Problem: Er war einfach nicht stark genug, um die Kichererbsen zu zerkleinern.
Nachdem die Geruchsbelastung in der Küche durch den heiß laufenden Motor ein kritisches Ausmaß angenommen hatte, entschied sich meine Mutter dafür, Wasser zu dem Gemisch hinzuzugeben. Sie ist schließlich erfahrene Hausfrau und Köchin - allerdings eher in der .. gut-bürgerlichen, deutschen Küche zu Hause. Was im Prinzip bedeutet: Mit Butter schmeckt irgendwie Alles.
Dennoch habe ich nicht widersprochen, ein bisschen Wasser konnte ja nicht schaden. Aber mir kamen erste Zweifel, als dann Tasse um Tasse im Mixer landeten.. wie sich später zeigen wird, waren die Zweifel durchaus berechtigt …
Aber immerhin hatten sich nun alle Kichererbsen zusammen mit den Zwiebelstücken, dem Ei und den Gewürzen wie gewünscht in eine recht homogene Masse verwandelt.

Zweite Geschmacksprobe: Die gewürzte Teigmasse: Immer noch extrem ekelig. Aber schon nicht mehr sooo schlimm wie die einzelne Kichererbse. Runterschlucken war mit etwas Mühe möglich. Der Geschmack erinnerte entfernt an .. Ejakulat. Mit Kreuzkümmel und Koriander.

Die Durchführung 2: Schüssel
Da meine Mutter den Nachwuchs beaufsichtigen musste, war ich ab jetzt erstmal auf mich allein gestellt. Ich beförderte die Masse in eine Schüssel, um das Mehl hinzuzufügen.
Wie ich schon befürchtet hatte: es sah eher aus wie Pudding.
Ich hatte in einer PC-Kochschule gelernt, daß Falafel in den Handflächen zu Bällchen geformt werden sollen. Dabei habe ich auch jedesmal sehr gut abgeschnitten.
Mit der mir vorliegenden Teigmasse war daran allerdings nicht zu denken. Ich hätte mir damit prima die Hände eincremen können - aber Bällchen formen? Niemals.
Also kam das Mehl zum Einsatz. Die angegebenen 1-2 Esslöffel hatten praktisch keine Wirkung. War auch nicht zu erwarten, da die Originalrezeptur durch eine nicht unerhebliche Menge Wasser erweitert worden war (siehe oben).
Löffel für Löffel verwandelte sich der Pudding zu einem zähen Brei. Immer noch weit von einer formbaren Konsistenz entfernt. Meine Mutter gab dann aus dem angrenzenden Wohnbereich den Tipp, es mal mit Paniermehl zu versuchen, das ja wesentlich besser bindet. Da meine Mutter wie schon erwähnt jahrlange Erfahrung auf diesem Gebiet hat (*hust*) wurde das natürlich gleich in die Tat umgesetzt.

Dritte Geschmacksprobe: Überraschung: es schmeckt nach Mehl. Mit Kreuzkümmel. Und Koriander.

Die Durchführung 3: Teller
Der Teig schien sich nun halbwegs formen zu lassen. Aber nur halbwegs. Daher entschieden wir uns, die annähernd ballförmigen Klumpen zusätzlich in Paniermehl zu rollen, um die Klebrigkeit etwas zu reduzieren. Das hat auch ganz gut funktioniert, so daß wir uns nach etwa der Hälfte des Teiges dazu entschlossen haben, in die Endphase des Experimentes zu gehen:

Die Durchführung 4: Fritteuse
Meine Mutter konnte in der Zwischenzeit den Nachwuchs davon überzeugen, daß die Katze viel toller ist als die Omma, und dadurch den Platz an der Fritteuse einnehmen - während ich versuchte, die klebrigen Teig-Brei-Reste von meinen Händen zu entfernen.
Die Fritteuse wurde mit frischem Pflanzenfett befüllt und auf 180°C aufgeheizt - und endlich glitten die ersten “Bällchen” in das heiße Fett.
Laut Rezept sollte es etwa 7-8 Minuten dauern, bis die Falafel goldbraun und verzehrfertig sind. Wir entschieden uns, sie bereits nach 4-5 Minuten zu entnehmen, um eine weitere Schwarzfärbung zu vermeiden. Sie wurden zum Abtropfen auf einen Teller mit Küchenpapier gelegt.
Um die letzte Geschmacksprobe vornehmen zu können, wollten wir die Bälle mit einem Löffel zerteilen. Leider waren sie so hart, daß wir ein Messer nehmen mussten …

Vierte Geschmacksprobe: Unglaublich: tatsächlich essbar. Ein bisschen wie Kroketten. Mit Koriander und Kreuzkümmel. Aber - ich kann es kaum fassen - sie schmeckten auch ein bisschen nach .. FALAFEL! Falls mich meine Nicht-Gourmet-Geschmackserinnerung nicht getäuscht hat.

Weiterer Verlauf:
Um der Sache mit der Härte näher auf den Grund zu gehen, haben wir testweise ein paar Löffel der Teigmasse direkt in die Fritteuse gegeben - also ohne sie in Paniermehl zu wälzen. Gut, die hatten dann keine Kugelform mehr, aber das war uns mittlerweile egal. Und tatsächlich waren die “Nocken” dann etwas weicher als die Paniermehl-Bälle :)
Da die Dinger aber immer noch etwas trocken waren, haben wir überlegt, wie man das ganze etwas pimpen könnte. Unsere Wahl fiel auf Kräuter-Frischkäse, in den wir die Falafel dippen konnten.

Fünfte und letzte Geschmacksprobe: Ja - tatsächlich irgendwie lecker. Gar nicht mal schlecht, zusammen mit dem Frischkäse. Nach 2-3 Bällen schmeckt das Zeug richtig gut. Nach 5-6 Bällen ist man dann allerdings auch satt.

Das Fazit:
Joah .. war ein interessantes Experiment. Vielleicht wiederhole ich es nochmal mit einem stärkeren Mixer, um Wasser und Mehl zu sparen. Oder ich mache es nochmal genauso - immerhin war es am Ende überraschenderweise doch ganz lecker. Auch meine Mutter und der Nachwuchs haben fleißig gegessen.
Aber morgen gibts dann doch erstmal wieder Nudeln mit Tomatensoße …

27.
11.

Geschlechterkampf

geschrieben am Donnerstag, 27. November 2008 um 22:54 in Familie

AAARRRGHHH .. ich könnte gerade mal wieder in meinen Schreibtisch beißen.
Nachdem mein Mann und ich einen Riesenkrach hatten, weil ich teilweise bis 3 oder 4 Uhr nachts gearbeitet habe, zwinge ich mich nun dazu, früher Feierabend zu machen. Aber es gibt eben Tage - so wie heute - da ist halt etwas mehr zu tun.
Also habe ich einfach früher angefangen, um 21 statt 22:30 Uhr. Und da war er dann schon stinking, ich musste fast “betteln”, um überhaupt schon arbeiten zu dürfen :roll: .. meine Fresse, irgendwann MUSS ich auch mal arbeiten, zu spät passt ihm nicht, zu früh passt ihm nicht. Hallo?? Was soll ich denn machen? Tagsüber arbeiten und das Kind vor den Fernseher setzen, oder was? :x

Egal, dachte ich. Ich hatte es ja geschafft, mich vor den Rechner zu setzen und mich voll auf meine Arbeit zu konzentrieren. Bis um viertel vor 10. Da schallte es dann vom Sofa herüber “Aber das Kind füttern, wickeln und ins Bett bringen machst Du ja noch!?” ..
Klar, Schatz. Natürlich, Schatz. Ich habe ja auch nicht anderes zu tun. Ich verdränge mal kurz meine komplizierte Arbeit hier, komm ich ja auch schnell wieder rein, ist ja nicht Wichtiges, mach ich ja nur AUS SPASS, SCHATZ. :x

“Arbeit” und “Arbeit” scheinen für ihn wohl unterschiedliche Dinge zu sein. Jedenfalls glaube ich kaum, daß er nach Hause käme, wenn ich ihn morgen einfach mal auf der Arbeit anriefe: “Hallo, Schatz! Unterbrich mal kurz Deine Arbeit, das Kind müsste gefüttert und gewickelt werden. Kannst ja hinterher weiter arbeiten. Danke!”

*seufz* .. nungut .. jetzt hab ich erstmal 5 Minuten Dampf abgelassen und kann mich wieder auf meine Arbeit konzentrieren.

17.
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Willkommen, Kater!

geschrieben am Montag, 17. November 2008 um 00:02 in Familie

FindusSodele .. nachdem der letzte, gefühlsmäßig verwirrte Beitrag unserem neuen Familienmitglied nicht gerecht wird, folgt hier nun die offizielle Vorstellung :)

Dieser kleine Kater hier kommt aus dem Tierheim Hamm und hört bis jetzt auf den Namen “Findus”. Allerdings mag mein Mann den Namen üüüberhaupt nicht, so daß wir uns wohl bald einen anderen überlegen müssen. Bis dahin heißt er erstmal “Kater” ;) .. ihm scheint es eh egal zu sein *g*

Für den ersten Tag macht er einen sehr, sehr positiven Eindruck. Er lief direkt von Anfang an ganz normal durch die Wohnung, als ob er schon immer hier gewohnt hätte. Ich hatte eigentlich erwartet, daß er sich erstmal in eine Ecke verzieht - er hat schließlich einen harten Tag hinter sich. Als wir ihn abgeholt haben, war er gerade erst wieder eine Stunde im Tierheim. Die vorigen Besitzer hatten ihn nach 2 Tagen direkt wieder abgegeben, weil er sich mit der anderen Katze nicht verstanden hat. Als ob man das nach 2 Tagen beurteilen könnte :roll:

Nungut, unsere zweite Katze Jenna macht mir schon ein wenig Sorgen. Seit der Kater angekommen ist, sitzt sie nur noch hier in der Computer-Ecke und traut sich nicht heraus. Wenn sich ihre Blicke treffen, knurrt und faucht er sie an. Allerdings aus respektvoller Entfernung. Sie hingegen scheint eher freundliches Interesse zu zeigen. Schade, daß er das nicht erwidert. Aber hey, es ist der erste Tag, da müssen wir erstmal warten, wie sich das entwickelt. So lange hab ich meiner Kleinen erstmal Wasser und Futter hier in die Ecke gestellt - und hoffe, daß sie sich wenigstens noch bis zum Klo traut. Und dieses dann auch benutzt, der Kater war nämlich schon drin ;)

Er hat auch in der Küche schon nach Futter “miaut” und seine Portion fast vollständig gefressen. Und nach ein paar Schmuserunden ist er dann erstmal auf dem Kratzbaum eingepennt… dieser Platz wird allerdings wohl zu seinem Kampf- und Spielort, da krallt er dann auch ganz gerne mal. Aber das macht ja nichts, und ist völlig normal. Und es ist auch zu hoch für unser Kind :)

Joah. Dann schauen wir mal, was die nächsten Tage / Wochen so bringen ..

FindusFindus Findus

16.
11.

Ungerechte Traurigkeit

geschrieben am Sonntag, 16. November 2008 um 18:12 in Familie

*seufz* .. da sitzt er nun, Findus, unser neuer Kater aus dem Tierheim. Und eigentlich sollte ich mich freuen - aber ich bin tottraurig :(
Mit der Entscheidung für Findus habe ich mich nämlich gleichzeitig gegen einen anderen Kater “von privat” entschieden. Ein Traum-Tier. Schwarzer Perser-Kater mit bernsteinfarbenen Augen. Der auch noch direkt auf mich zugestürzt kam und mich beschmust und geschnurrt hat wie ein Irrer. Ist mir bis auf die Schulter gekrochen. Lieb, freundlich, an andere Katzen gewöhnt, Kleinkinder kein Problem, n bisschen dusselig (=springt nicht auf Möbel). Genau das, was ich immer gewollt habe.
Warum ich ihn dann nicht genommen habe?
Hauptsächlich .. der Ekel. Ja, ich habe mich vor dem Tier geekelt. Zunächst dieser penetrante Kater-Geruch, dazu das staubige Fell und die Knoten an Brust und Bauch, und am schlimmsten: Der kotverschmierte Hintern. Da war Alles verklebt, bis zu den “Oberschenkeln”. Ich würde ganz klar sagen: Durchfall. Die Halterin sprach von “joah, etwas dünnerem Stuhlgang.. verträgt wohl das Dosenfutter nicht so gut..”.
Da saß ich also, wollte diesen Prachtkater knuddeln und hab ihn gleichzeitig immer wieder wegschieben müssen, damit ich mir nicht die ganzen Klamotten versaue… hin- und hergerissen zwischen “süüüß” und “bääähhh”.
Also sind wir dann doch noch ins Tierheim gefahren. Und haben im Prinzip die einzige Katze mitgenommen, die in Frage kam. Findus. Und ich sitze hier und trauere dem schwarzen Wollknäuel hinterher. Vielleicht wäre er nach einem Vollbad wieder “gut” gewesen? Habe ich mich falsch entschieden, habe ich den perfekten Kater sausen lassen, nur weil er .. ekelig war? .. andererseits .. vielleicht hätte er Spezialfutter gebraucht. Und hätte ich es wirklich über Jahre hinweg geschafft, mich vernünftig um die Perser-Fellpflege zu kümmern? Er lässt sich zwar wohl ganz gut bürsten, aber dem Schafsfell am Bauch nach zu urteilen mag er es da wohl doch nicht so … und was wäre gewesen, wenn ich mich weiter vor ihm geekelt hätte? Ich wollte ja einen Puschelkater, in dem ich “mein Gesicht vergraben” kann .. vom Charakter her hätte das bestimmt gepasst … :( .. und dazu natürlich noch den Wunsch, das arme Tier zu “retten” … *seufz* .. ich fürchte, da werde ich noch ne Weile traurig sein ..

Und diese Traurigkeit ist so ungerecht. Findus ist ja auch ein schöner Kater. Allerdings wieder recht klein geraten, und noch weniger “kuschelig” als Fly, und die hatte schon recht hartes Fell. Also wieder “nur” ein 08/15-EKH, diesmal in schwarz/weiß. Und ich hasse mich für diesen Gedanken, ich weiß, daß jedes Tier etwas besonderes ist. Mein Mann sieht das ähnlich, und weigert sich daher, mich zu trösten. Super. Nur, weil er es nicht versteht, könnte er mir doch trotzdem zur Seite stehen. Aber egal.

Ich geh dann mal mit Findus schmusen. Ein bisschen schmusen tut er ja auch. Zwar kein Vergleich zu dem schwarzen Perser, aber immerhin. Außerdem kann sich das ja noch ändern.
Allerdings habe ich noch Bedenken, mich gefühlsmäßig sofort an ihn zu binden. Im Tierheim war nicht allzu viel über ihn bekannt. Kann sein, daß er auf Dauer mit Maya oder Jenna oder beiden nicht klar kommt, oder sogar, daß er eigentlich Freigänger ist.
Aber wir haben uns jetzt nunmal entschieden. Das wird schon. Und ich wünsche dem schwarzen Kuschel-Kater, daß er bald ein schönes neues Zuhause findet. Bei mir sollte es wohl nicht sein .. :(

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