Archiv für die Kategorie „Schlaflos“

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Argh. Schmerz.

geschrieben am Samstag, 5. September 2009 um 23:30 in Schlaflos

Ach Leute, es ist doch zum Kotzen .. ist ja generell alles nicht so toll im Moment, Mutter geht es zur Zeit relativ schlecht (liegt seit ein paar Tagen nur noch im Bett), der Kater meiner Schwester ist ziemlich krank (Leberentzündung), dazu dann die üblichen Erkältungen (Schweinegrippe, anyone?), bla, vom Stress und psychischem Druck will ich zur Zeit gar nicht erst anfangen ..
.. und da ich ja ein absolutes Glückskind bin, kann ich seit gestern meinen linken Arm kaum noch gebrauchen … *haumitkoppauftischkante*.
Boah, sind das ätzende Schmerzen.
Eigentlich fing es an wie immer .. ich hab schon seit .. öhmm .. JAHREN immer wieder so komische, undefinierbare Oberarmschmerzen, im äußeren Bereich. Mal mehr, mal weniger. Ich hatte dazu auch schon des öfteren gegoggelt, aber nie was gefunden. Hab dann gedacht, joah, hast ja schon Athrose inner Hüfte und ab und an mal nen Rheuma-Schub, wird wohl damit zusammenhängen.
Als der Schmerz dann gestern immer heftiger wurde, wusst ich dann aber auch endlich, wo er überhaupt genau herkommt: Von der Außenseite der Schulter. Da tuts nämlich gerade sauweh, wenn man draufdrückt.
Ungebildet, wie ich in manchen Dingen ja zwangsläufig bin, hatte ich echt angenommen, da an der Außenseite ist ja praktisch nix, was weh tun könnte .. also so ähnlich wie bei nem Playmobilmännchen .. ne Schulterkugel, und da innen dran dann halt son Stück, was in den Oberkörper geht ;). Naive Vorstellung, ich weiß.. Und das konnte ja bei den komischen Schmerzen so auch nicht ganz hinkommen … also mal flott nach der Anatomie der Schulter gegoggelt .. und - tadaaa - da “außen” is doch was. Ne Menge Zeug. Sehnen. Ein Schulterdach. Son oller Schleimbeutel. Und da ist jetzt wohl was kaputt.
Meine Selbstdiagnose lautet im Moment: Impingement-Syndrom. Ist gar nicht mal so selten, und es passt wie die Faust aufs Auge. Es erklärt auch, warum ich letzte Nacht nur im sitzen schlafen konnte - wenn die Lücke zwischen Oberarmkopf und Schulterdach verengt ist, hat man halt weniger Schmerzen, wenn der Arm herunterhängt.
Die akuten, starken Schmerzen kommen dann wohl von ner Schleimbeutelentzündung. Macht Sinn. Dann mache ich mit dem Einwerfen von Ibuprofen auch gerade nix falsch, ist ja auch n leichter Entzündunghemmer. Bringt leider schmerztechnisch nicht gerade viel *seufz*.
Mit ganz viel Pech isses aber auch (evtl. zusätzlich) eine .. öhmm .. “Rotatorenmanschettenruptur”, also ein Sehnenriss. Sowas passiert auch durch Verschleiß, da muss nix besonderes “passiert” sein .. darauf deutet hin, daß ich den Arm auch dann nicht besonders gut bewegen kann, wenn ich mal gerade für 5 Minuten nicht so dolle Schmerzen habe, sowie die ausstrahlenden Schmerzen bis zum Ellenbogen .. aber das ist nur ne evtl. Möglichkeit, kann auch alles nur von dem Schleimbeutel kommen. Das wird der Arzt dann nächste Woche schon feststellen .. super, noch ein Termin und noch mehr Sorgen .. und DIREKT was machen außer Entzündungshemmern und Schmerzmitteln .. hmm .. naja, vielleicht ne Spritze .. aber da hab ich richtig Bammel vor, die ist an der Stelle bestimmt nicht ohne :(

Bis dahin muss ich jetzt irgendwie durchhalten. Selbst das normale tippen fällt schon schwer, geht aber so gerade noch. Aber ich kann halt den Arm kaum bewegen. Da werden so Kleinigkeiten wie “mal eben das Kind hochheben” zu ner großen Hürde. Es funktioniert zwar, muss es ja notgedrungen auch, aber es tut halt saumäßig weh. An Schlaf ist auch kaum zu denken. Und außerdem braucht man sonen Arm ja auch recht häufig. Schon das An- und Ausziehen heute war ein Kraftakt. T-Shirt übern Kopp ziehen? Vergiss es .. mit dem rechten Arm geangelt und irgendwie schräg nach vorne .. Unterhose und Jeans hochziehen? Joah, mit dem rechten Arm, die Verrenkungen sahen bestimmt lustig aus :( .. BH? .. ach, brauch ich heute nicht .. Anschnallen, Teller tragen, Pfanne spülen, Nase putzen .. eigentlich tut Alles irgendwie weh .. *jammer* .. um mir zum Kochen einen Zopf zu machen (lange Haare schmecken im Essen nicht so toll), habe ich mich mit dem linken Ellenbogen aufs Waschbecken gestützt und dann meinen Oberkörper laaangsaaam in die Richtung gebeugt, bis ich mit den Fingern irgendwie das Zopfgummi um die Haare tüdeln konnte .. is doch alles Scheiße ..

Tja. Mal abwarten, welcher Teil meines Körpers als nächstes den Geist aufgibt .. :(

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Gedankensortierung

geschrieben am Sonntag, 19. Juli 2009 um 04:18 in Familie, Schlaflos

Oh, diese Nächte .. *seufz* .. hab gerade wieder einen akuten Anfall von Traurigkeit .. obwohl .. nein, ich glaube, es ist schon Trauer :(
Ja, ich weiß, man soll die Hoffnung nicht aufgeben, bla, es könnte ja noch, blubb .. aber sehen wir den Tatsachen ins Auge: Mutter hat da was im Kopf. Es sitzt sehr tief. Es wächst sehr schnell. Es hat wahrscheinlich gestreut. Die Symptome weisen auf ein fortgeschrittenes Stadium hin. Die Wahrscheinlichkeit, daß es doch noch was Gutartiges ist, geht gegen Null. Aber auch nur, weil man ja Wunder nie ausschließen kann ..
Unter Berücksichtigung aller bisher bekannten Fakten muss man von einem Glioblastom ausgehen. Was eine Überlebenszeit von durchschnittlich 6 bis max. 24 Monaten bedeutet. Und in diesem Mittelmaß sind Alle enthalten, die in irgend einer Form behandelt wurden. Also auch die, bei denen man so ziemlich alles rausschneiden konnte. Wo es früh entdeckt wurde. Wo unwichtigere Gehirnareale betroffen waren. Leute, die wesentlich jünger und fitter sind als meine Mutter. Was bedeutet, daß meine Mutter eher am kurzen Ende der Skala liegen wird .. und da die Symptome wie gesagt schon sehr ausgeprägt sind, und der Chefarzt meint, man könne das Ding nicht rausholen .. sagen wirs mal so: Ich bin mir recht sicher, daß sie nicht mehr bis Weihnachten durchhält. Ich bezweifle sogar, daß sie Mayas zweiten Geburtstag im Oktober noch erlebt… :(
.. und selbst wenn .. ohne eine Entfernung des Tumors werden sich auch die Symptome nicht wirklich verbessern können. Meine Mutter würde zum Pflegefall und bräuchte Rundumbetreuung ..

Dazu kommt trotzdem die Angst, daß sie doch noch zwischendurch wieder “normal” wird … ich hatte letzte Nacht einen meiner typischen “Abschiedsträume” .. die habe ich immer, wenn irgendjemand (wie auch immer) aus meinem Leben getreten ist .. Exfreunde, Familienmitglieder, mein ungeborenes, verlorenes Kind, meine Katze .. und jetzt war es meine Mutter (ein Indiz für Trauer statt Traurigkeit). In diesem Traum war sie wieder völlig normal, hatte aber nur noch sehr kurze Zeit zu leben .. es war die Hölle. So sehr ich meine Mama auch wieder haben möchte .. es würde mir vermutlich viel leichter fallen, sie aus diesem jetzigen Stadium heraus gehen zu lassen .. mein Gehirn leistet ja auch schon großartige Verdrängungsarbeit .. ich kann mich (wenn ich wach bin) nicht daran erinnern, wie meine Mutter genau war, bevor sie sich so verändert hat. Ich versuche es immer wieder mal, aber die Bilder entgleiten mir einfach.. da wird sich mein Gehirn schon was bei denken. Und es kann sowas auch sehr lange aufrecht erhalten. Wenn ich an meinen Vater denke, sehe ich auch nur den alten, keuchenden, meckernden Mann, der wild gestikulierend auf dem Sofa sitzt und meine Mutter stimmlos anmotzt. Erinnerungen an davor .. nur kurze Szenen. Auch da eher die “schlechten”. Mein Vater ist jetzt seit fast 6 Jahren tot, und es ist nicht wirklich was dazugekommen ..

Mein gemischtes Bauch-/Kopfgefühl (um es mal diffus auszudrücken) sagt mir also: es dauert nicht mehr lang. Und danach handle ich auch schon. Ich habe bereits eine Checkliste für Todesfälle heruntergeladen, damit ich nichts Wichtiges vergesse. Ich hab den Namen “unseres” Bestatters ergoogelt, damit die im Krankenhaus nicht den “falschen” anrufen. Meine Güte, ich hab schon über Trauerfeier und Blumenschmuck nachgedacht .. und seit 2 Tagen versuche ich mich aufzuraffen, um Mutters Dokumente zu suchen. Geburtsurkunde, Stammbuch, etc. .. braucht man ja Alles im Todesfall .. aber das fällt mir dann doch noch zu schwer ..

Weiteres Indiz für Trauer statt Traurigkeit: Als ich vorhin gemerkt habe, daß es mir langsam schlechter geht, war mein erster Gedanke: ich geh mal hoch zu Mama, dann gehts mir besser .. und dann kam die Erkenntis wie ne Bratpfanne quer ins Gesicht - Mama ist nicht da. Und sie wird auch nie mehr da sein. Jedenfalls nie mehr so wie früher. Kein Dreiweiberrat. Kein Trösten bei Ehekrach oder anderen Problemen. Kein Händchenhalten nach ner Zahn-OP. Keine gemeinsamen 3-Generations-Ausflüge. Und noch tausend andere Sachen, die mein Gehirn gnädigerweise gerade nicht ausspuckt.

Also sitze ich hier nun und trauere. Und habe gerade das GANZ starke Bedürfnis, einfach loszurennen, zu meiner Mama ins Krankenhaus. Nachts um 4 aber keine Option .. und wenn ich dann heulend an ihrem Bett säße und vor mich hinstammele, daß sie nicht sterben soll, daß sie wieder zurück kommen soll .. damit mach ich sie ja dann völlig verrückt .. sie weiß ja von nichts .. also müsste ich mich wieder zusammenreißen .. und nach ner Viertelstunde verliere ich dann wieder die Kraft, und müsste eh wieder gehen ..

Also weiter sitzen. Und heulen. In Gedankenstrudel abdriften. So viele Gedanken .. und ich krieg sie nicht sortiert. Ich komm mir vor, als würde ich in einem Ozean schwimmen, um mich herum unzählige, wuselige Gedanken-Haie. Gaaanz weit entfernt am Horizont ist ne winzig kleine Hoffnungs-Insel. Ich versuch mich freizukämpfen, die Haie wegzuschieben, eine Schneise zu schaffen, zu dieser verdammten Insel zu schwimmen .. und im Grunde weiß ich doch, daß sie viel zu weit weg, unerreichbar ist .. also kann meine erste Priorität nur sein, mich irgendwie über Wasser zu halten. Tagsüber geht das ganz gut, aber Nachts .. wird es zunehmend schwerer, nicht einfach unterzugehen…
Nein, die Zeiten, in denen ich eine Gefahr für mich selbst war, sind vorbei. Ich habe eine kleine Tochter, die mich braucht. Einen Mann, der mich liebt. Ein Leben. Und irgendwo ist da auch die Stimme, die sagt, daß es ganz natürlich ist, daß die Eltern vor einem diese Realität verlassen. Daß es unweigerlich irgendwann auf mich zukommt. Ob es nun morgen, in 3 Monaten, 5, 10 oder 20 Jahren ist - es wird immer verdammt schwer sein.
Und trotzdem hatte ich heute ein paar Mal den verlockenden Gedanken, einfach wieder in die Psychiatrie zu gehen. Alle Verantwortung abzugeben. Lustige Leute, 3 Mahlzeiten, evtl. nette Medikamente, ein bisschen Basteln .. aber ohne meine Tochter möchte ich nirgendwo hingehen ..

Mal sehen .. vielleicht frage ich am Montag im Krankenhaus mal nach psychologischer Angehörigen-Betreuung .. vielleicht gibt es ja sowas … hauptsache, es gibt nicht nur Seelsorger .. ja, ich weiß, die machen einen guten Job, und verhalten sich dabei normalerweise auch konfessions-neutral .. aber alleine beim Gedanken an “Gott” krieg ich Ausschlag. Ich kann niemanden verstehen, der bei solchen Schicksalsschlägen noch an einen netten, gutmütigen, allmächtigen Schöpfer glaubt, der auf uns aufpasst. Wo ist das Arschloch denn, wenn man ihn braucht?! Hey, Gott! Für den unwahrscheinlichen Fall, daß Du da irgendwo bist: schwing Deinen Arsch hier runter und mach meine Mama wieder gesund! Beweise mir, daß es Dich gibt, lass den Tumor einfach per Zauberhand *plöpp* verschwinden! Und jetzt sach mir nicht, daß ich meine Mama dafür nach Lourdes karren muss, Du wirst ja wohl genug Macht haben, Dich vor Ort darum zu kümmern!

OK, ich drifte ab. Das ist was gutes. Lieber einem Hai Namens “Gott” auf die Omme hauen, als von den anderen gefressen zu werden.

Ich denke, ich breche dann hier erstmal ab. Ich könnte wohl stundenlang weiterschreiben, jeden einzelnen Gedanken auseinandernehmen .. was wird mit meiner Schwester .. können wir das Haus behalten .. kriegt mein Mann Urlaub, wenn ich ihn brauche .. blablabla .. aber das würde mir jetzt nichts nützen. Da klicke ich lieber noch 2 oder 3 Stunden auf die bunten Icons bei Inspector Parker ..

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Drei Worte

geschrieben am Samstag, 11. Juli 2009 um 06:57 in Familie, Schlaflos

Ok. Ich geb’s auf. An Schlaf ist einfach nicht zu denken. Den Tag über kam ich eigentlich ganz gut damit zurecht, und die halbe Nacht habe ich mich mit arbeiten und lesen abgelenkt … aber sobald ich ins Bett gehe führen diese verdammten drei Worte zu Heulkrämpfen. Und damit ich nicht auch noch Mann und Kind wecke, stehe ich jedesmal wieder auf .. und um mich abzulenken, natürlich ..
.. “Verdacht auf Glioblastom” .. (bei Interesse bitte googeln) .. ja, es ist nur ein Verdacht .. mehr als diese drei Worte konnte ich im Krankenhaus nicht in Erfahrung bringen, da kein Arzt erreichbar war. Heute vermutlich auch nicht. Morgen .. vielleicht. Ich könnte kotzen bei so einer Betreuung …
.. also habe ich nur diesen einen Satz aus meinem halb-unerlaubten Blick in die Krankenakte .. und ein nachfolgendes, äußerst deprimierendes Googeln ..

Klar, ich versuche mich an die Hoffnung zu klammern, daß es doch was anderes ist. Irgendwas nicht so schlimmes. Aber selbst wenn … ich kann mir nicht vorstellen, daß noch irgendwas völlig Gutartiges dabei rauskommt. Und daß Mutters Symptome wieder weggehen ist auch sehr unwahrscheinlich … was im Prinzip bedeutet .. daß ich meine Mama schon letzten Samstag irgendwie .. verloren habe .. ja, klingt jetzt total bescheuert .. aber sie hat sich so verändert .. sie merkt sich nichts, rein gar nichts mehr .. ein normales Gespräch ist so gut wie nicht mehr möglich ..
… ich versuche krampfhaft, mich an die letzte Situation zu erinnern, in der sie noch “normal” war .. aber es fällt mir einfach nicht mehr ein .. die vorletzte Woche war sie ja auch schon krank, irgendwas mit dem Magen, und auch schon nicht mehr ganz auf der Höhe .. so im Nachhinein könnte die Übelkeit auch gar nix mit der diagnostizierten Magenschleimhautentzündung zu tun gehabt haben, sondern schon ein Symptom für erhöhten Gehirndruck gewesen sein .. aber wer geht schon bei Übelkeit mit Verdacht auf Hirntumor ins Krankenhaus?! .. was solls, unnütze Gedanken .. die Woche früher hätte nichts verändert .. am Wochenende jetzt machen sie im Krankenhaus ja auch nichts .. nehme ich an .. sagt mir ja keiner .. da liegt also meine völlig unzurechnungsfähige Mama, und die stellen vielleicht irgendwelche Sachen mit ihr an. Und ich erfahre es nicht. Weil sie auf den ersten Blick nicht unzurechnungsfähig erscheint, denke ich. Sie erinnert sich zwar an nix, aber zu irgendwas zustimmen oder was unterschreiben kann sie ja noch. Sie weiß es nur 2 Minuten später nicht mehr .. sie hat keine Chance, darüber nachzudenken. Sie nimmt einfach die aktuelle Situation als gegeben hin, denn es gibt nichts anderes mehr für sie. Man könnte ihr sagen, Frau T., wir amuptieren ihnen gleich das Bein, das ist notwendig .. ist das in Ordnung? .. und sie würde mit ziemlicher Sicherheit einfach Ja sagen, weil sie ja nichtmal weiß, warum sie im Krankenhaus ist .. mein Gefühl sagt mir, daß das dem Pflegepersonal dort noch nicht ganz klar ist .. ich hoffe, daß ich das in den nächsten Tagen irgendwie klären kann .. falls sich mal ein Arzt blicken lässt ..
.. es ist so grausam, Mutters Änderungen mit anzusehen .. aber so sehr ich meine “alte” Mama auch wiederhaben möchte - für sie ist es wohl besser so. Ich selbst kann den Gedanken schon nicht ertragen, daß sie Maya vielleicht nicht mehr aufwachsen sieht .. wie soll SIE sich fühlen, wenn sie weiß, daß sie sich von ihrer heißgeliebten Enkelin trennen muß?! .. ich kann da gar nicht drüber nachdenken, dann läuft mein Hirn Amok ..

.. und weil mein Hirn auch gerade schon in diese Richtung unterwegs ist, muss ich hier abbrechen. Ist ja auch alles sinnlos, wenn ich nicht mehr weiß als diese beschissenen drei Worte .. Ich werde jetzt die gefühlt 80te Zigarette rauchen, schon wieder irgendwas essen, das Buch zu Ende lesen, das schon fast zu Ende ist .. und dann doch noch irgendwie schlafen .. mit dem Wissen, daß ich mich morgen den Tag über wieder ganz gut halten werde .. übrigens ohne das Gefühl zu haben, daß ich mich verstelle oder was verdränge, es geht mir dann tatsächlich besser .. ist tagsüber wohl einfach nur leichter .. bis zur nächsten Nacht ..

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Nach dem Spiel ist vor dem Spiel

geschrieben am Dienstag, 23. Juni 2009 um 04:38 in Schlaflos

Boah gehts mir schlecht .. :( .. die Zahn-OP ist jetzt knapp 10 Stunden her, und die Nachwirkungen sind immer noch heftig. Zahnschmerzen, Kopfschmerzen, Halsschmerzen, Nasenschmerzen, Übelkeit .. dazu immer noch dieser gräßliche Geschmack im Hals, wenn ich huste oder niese.. und weil mir der ganze Scheiß während der OP in den Rachen gelaufen ist, mache ich das noch ziemlich häufig. Und es tut jedesmal weh.
Besonders schlimm sind diesmal auch die Depressionen. Vermutlich durch die Narkosemittel, vielleicht verstärkt durch den Koffein-Entzug, keine Ahnung. Ich weiß nur, daß ich schon beim aufwachen heulen musste. Nein, nicht vor Erleichterung, weil es vorbei ist. So war das früher mal. Ich kann mich noch erinnern, daß ich nach meiner allerersten ZahnOP vor FREUDE geheult habe, weil ich es überstanden hatte…
Aber nach der 8ten Narkose für ne Zahnbehandlung ist es eigentlich nur noch .. ätzend. Sozusagen “Nach dem Spiel ist vor dem Spiel.” In absehbarer Zeit wird es wieder genauso sein. Die Panik. Die Schmerzen. Die häßlichen, kaputten Zähne. Das abartige Gefühl beim Spritzen der ersten Narkosemittel. Das noch abartigere Gefühl beim wieder Aufwachen. Hat wieder mal ewig gedauert diesmal, hab ja gerade ne “schwere Phase”, sprich: ich krieg Mittel, die nen kleinen Elefanten umhauen würden. Und dann dauert das entsprechend lange. Und ich wollte einfach nur kotzen. Heulen. Wieder einschlafen. Aufstehen. Mich endlich bewegen können. Die Schmerzen loswerden. Die blöde Kanüle rausziehen, die IMMER weh tut. Alles gleichzeitig.
Danach dann die erschreckende Erkenntnis, das WIEDER irgendwas schiefgelaufen ist. Irgendwas ist immer. Diesmal hat der Zahnarzt ne riesige Beule am Zahnfleisch übersehen, obwohl ich die Sprechstundenhilfe vorher darauf hingewiesen habe. Er war dann hinterher sichtlich erschrocken, und rätselt wohl jetzt immer noch, von welchem Zahn das nun kommt.
Außerdem hat er mir ganz stolz erzählt, daß bei einem Zahn der Nerv freilag, und er ihn eigentlich hätte ziehen können. Aber er hat ihn noch gerettet … ok, wenn der Nerv sich nicht beruhigt und weiter weh tut, dann wird der Nerv halt demnächst gezogen. Da bräuchte man dann ja auch keine Narkose für … *haumitkoppauftischkante* .. er hat wohl immer noch nicht begriffen, daß ich mir von ihm nichtmal die Zähne PUTZEN lassen würde. Da “mal eben” nen Nerv rauszuziehen ist .. unmöglich. Ja, unmöglich. Was im Zeifelsfall heißt: Schmerzen bis zur nächsten Narkose. Nur weil die Ärzte jeden beschissenen Backenzahn retten wollen. Warum nur, warum … ich hab auf der anderen Seite schon eine Zahnlücke, die stört mich nicht im geringsten. Vielleicht Alles nur eine Geldfrage. An gezogenen Zähnen kann man ja nix mehr verdienen :( .. Ich hab dann auch direkt mal gefragt, was ich tun muss, damit mir endlich ALLE Zähne gezogen werden und ich ein Gebiss kriege. Er meinte dann nur, daß damit die Probleme erst anfangen würden, so von wegen Druckstellen, wackelndes Gebiss, etc. .. ahja .. was sind Druckstellen und ein wackelndes Gebiss gegen ständige Panik, Zahnschmerzen, Wurzelentzündungen, Scham wegen der häßlichen Zähne, das regelmäßige Risiko während der Vollnarkose?! .. sorry, aber für mich ist die Vorstellung eines Gebisses schon nahezu .. himmlisch. Und da die Phobie ja auch immer schlimmer wird .. seit ein paar Tagen habe ich nämlich ein neues Symptom - ich würge jetzt beim Zähneputzen. Na, das wird noch lustig in den nächsten Jahren :(
Ich weiß auch nicht, was ich machen soll, wenn ich mal nen Zahn im Frontbereich verliere .. gibt es da überhaupt ne Lösung, die komplett unter Vollnarkose fertig gestellt werden kann? Brücken, Kronen, etc. werden ja immer nachher eingebaut, das fällt flach .. Implantate sind zu teuer … also schonmal trainieren, mit der Hand vorm Mund zu lachen, damit man später die Lücken nicht sieht .. :(
Also, falls hier ein Zahnarzt mitliest, der mich endlich “erlösen” kann und bereit ist, mir alle Zähne zu ziehen - bitte melden Sie sich.

Ich weiß nicht, ob sich jemand vorstellen kann, wie sehr ich gerade die Schnauze voll habe. Direkt nach dem Aufwachen habe ich sogar echt gedacht: wenn ich das noch ein paar Mal mitmachen muss, spring ich lieber von irgendner Brücke, dann is endlich Ruhe.
Keine Sorge, ich habe schon ewig keine Selbstmordgedanken mehr. Aber in solchen Momenten, wenn man dann noch völlig benebelt ist .. *seufz*

.. und die dicke Rechnung kommt auch noch. Man muss ja für die blöden Kunststoff-Füllungen, die teilweise nur 1-3 Jahre halten, ordentlich zuzahlen. Ich glaube irgendwas ab 20 Euro pro Füllung. Und da bei mir über 20 Zähne kaputt waren .. oha .. das wird teuer. Ganz ehrlich - für Füllungen im nicht sichtbaren Bereich hätte ich gerne wieder Amalgam. Ja, ich weiß, ungesund. Aber die halten wenigstens halbe Ewigkeiten. Ich kann mich nicht erinnern, jemals ne Amalgam-Plombe verloren zu haben. Die wurden alle nur nach und nach ersetzt. Von den Kunststoffdingern hab ich bestimmt schon 6 oder 7 Stück im Laufe der Jahre verloren ..
Keramik wäre noch schön, aber das kann sich ja kein Schwein leisten. Außerdem sind das glaube ich Inlays, die sich nicht komplett während der Vollnarkose herstellen und einbauen lassen …

Najut, was kleines Positives gibt es auch zu berichten - der Arzt hat meine Schneidezähne diesmal echt super hinbekommen. Die Füllungen haben nahezu das Gelb meiner Zähne und sie fallen kaum auf. Jedenfalls um Lichtjahre besser als die am Schluss wirklich auffallenden, braun-schwarzen Löcher. Und es sind diesmal auch nicht alle Lücken zugeschmiert wie beim .. öhmm .. letzten oder vorletzten Mal. Nee, doch, sieht echt OK aus. Nicht für lange, aber immerhin.

So. Ich geh dann noch ne Stunde heulen aufm Sofa. Dann muss mein Mann zur Arbeit, und ich muss dann seinen Platz im Familienbett einnehmen. Meine Maus schläft ja immer noch nicht alleine. Oh, mein liebes süßes Kind .. ich wünsche Dir so sehr, daß Du nicht meine beschissenen Zähne geerbt hast. Dein Papa hat zwar auch ein paar Füllungen von früher, aber seit ich ihn kenne hat er keine Schwierigkeiten mit seinen Zähnen, und das sind nun schon über 10 Jahre. Beneidenswert. Und da Du Mundpartie und Zahnstellung schon von ihm geerbt hast, hoffe ich sehr, daß die “Substanz” da auch zugehört…

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Harte Nacht

geschrieben am Dienstag, 28. April 2009 um 22:53 in Schlaflos

Ja, das wird heute wirklich wieder eine harte Nacht ..
Ich hab mir nämlich letzte Woche todesmutig für morgen einen Termin beim Zahnarzt geholt. Und zwar OHNE akute Schmerzen o.O .. ich weiß auch nicht so genau, was mich da geritten hat. Vermutlich kurzfristige Panik, weil mir mittlerweile die zweite Plombe rausgeflogen ist.

Seis drum. Es ist schon wieder soviel kaputt, daß sich eine Komplett-Sanierung lohnt. Mehr als 10 Löcher, schätze ich .. 2 riesige, wo die Plomben fehlen, 3 im oberen Frontzähne-Bereich, die man von vorne sehen kann .. und jede Menge kleine, teilweise unterm Zahnfleisch versteckt. Ich hoffe mal, der Zahnarzt erwischt dann auch alle.

Und ich hoffe, ich muss nicht ewig auf nen Termin warten. Da die Krankenkassen nicht mehr so gerne bezahlen, gibts leider keine monatlichen Vollnarkose-Termine mehr :( .. gnaa .. der Krankenkassen-Hickhack geht mir jetzt schon wieder aufn Sack. Meine Krankenkasse sagt eindeutig, sie zahlt alles, was der Arzt als “notwendig” aufschreibt - gibt es mir aber nicht schriftlich. Die Anästhesistin behauptet aber steif und fest, die würden nur die erste halbe Stunde der Vollnarkose zahlen. :roll: .. am liebsten würde ich dem Mist aus dem Weg gehen und direkt alles selbst bezahlen. Aber Geld scheißen kann ich nunmal auch nicht.

*seufz* .. und nun sitz ich wieder hier .. und versuche, meine Panikattacken irgendwie in Grenzen zu halten. Soviel zur “Konfrontationstherapie”. Pfff .. ich hatte mittlerweile schon einige dieser “Pre-OP-Termine”, und es ist nie was schlimmes passiert. Man sollte doch annehmen, daß dadurch wenigstens die Angst vor DIESEN Terminen weniger wird. Pustekuchen.

Aber das ist bei mir wohl generell so. Ich hab schon mal ne Spinne gestreichelt .. ich hatte ne gute Phase, und dachte mir, komm, geh mal ne “unwichtigere” Phobie an. Und ich habe mich überwunden. Das ging zwei, drei mal gut - und dann bin ich beim Anblick der nächsten Spinne wieder quiekend durchs Haus gehüpft.
Oder auch beim Autofahren. Da hat sich ja schon in der Fahrschule eine Phobie entwickelt - die ich mir halbwegs erfolgreich selbst ausgeredet habe. Ausreden musste, sonst hätte ich nie meinen Führerschein zu Ende gemacht.
Danach bin ich anderthalb Jahre lang gefahren, fast jeden Tag. Ohne große Schwierigkeiten, keine Unfälle (Ok, ein Mini-Blechschaden beim Ausparken…), etc. Aber immer mit ner Wahnsinns-Angst. Jede Fahrt eine Überwindung mit ner Stunde Vorbereitungs- und Mutsammel-Zeit. Und diese Angst wurde bei jeder Fahrt schlimmer. Obwohl mir jeder gesagt hat, daß die immer WENIGER werden würde. Nö, bei mir natürlich nicht. Ich war heilfroh, als meine Augen in der Schwangerschaft so schlecht wurden, daß ich nicht mehr fahren KONNTE. Mittlerweile würde es wohl wieder gehen .. aber ich weiß immer noch nicht so recht, ob man mich mit meinen Panikattacken wirklich auf den Straßenverkehr loslassen sollte ..

Joah … wie gesagt .. Konfrontationstherapie scheint bei mir wohl nicht das Mittel der Wahl zu sein. “Ausreden” lass ich mir meine Ängste von einem Psychologen auch nicht, dafür kenn ich mich viel zu gut. Und Hypnose .. vertrau ich nicht. und es wird ja auch immer schlimmer. Ich kriege schon Ängste beim Zähneputzen, oder wenn andere Leute Zahnschmerzen haben, bei Fernsehberichten zum Thema “Zähne” .. meine Güte, mir wird schon mulmig bei ZAHNPASTAREKLAME!
Ich mein, hey, selbst die Deutsche Gesellschaft für Zahnbehandlungsphobie hat mir am Telefon nach Schilderung meines Falles bestätigt, daß ich nicht therapierbar bin …
.. ich würde ja wirklich gerne deren “3-Termine-Therapie” bei speziell ausgebildeten Zahnärzten machen. Nee, ist keine echte Therapie - Gespräch, Vollnarkose, evtl. Nachbehandlung, alles wie immer. Aber wie gesagt bei geschulten Ärzten. Da muss man nicht mal den Mund aufmachen, und es reagiert keiner böse. Aber das kann sich ja kein Schwein leisten *seufz*. Naja, deren Webseite liest sich auch eher wie ein Werbeprospekt. Klar, als Privatzahler wird man ja überall hofiert ..

Also werde ich die nächsten Jahre immer wieder mit Panik zum normalen Zahnarzt tippeln und beten, daß die noch Vollnarkosen machen. Und diese dann auch nutzen. Naja, wenn der Spruch stimmt, daß man pro Vollnarkose 5 Lebensjahre verliert, sind es ja nicht mehr viele >.<

Ok .. also muss ich jetzt irgendwie die Nacht überleben. Schlafen wird nix. Arbeiten auch nicht. Buffy zum xten Mal gucken .. vielleicht, wenn ich nebenher noch Solitaire spiele .. mal sehen ..

egal .. hmm .. ich hab gerade ein Déja Vù .. kann es sein, daß ich so einen Beitrag hier regelmäßig ins Blog schreibe ..? was solls .. hab jetzt keine Lust zu suchen .. und außerdem soll das Schreiben ja auch ne therapeutische Wirkung haben - wen Doppel-Beiträge stören, der muss halt weglesen ;)

18.
4.

Unerwartete Gäste

geschrieben am Samstag, 18. April 2009 um 02:39 in Familie, Schlaflos

Ja, nachts um 3 hätte ich wirklich nicht mit Geburtstagsgästen gerechnet. Schon gar nicht mit 5 Stück, 4 brummig, einer nett, allesamt in schicke, orangene (oder waren es rote?) Warnwesten gekleidet und mit großen, blinkenden Autos ..
Naja, eigentlich sollte man wohl keine Witze machen, wenn der Notarzt kommen muss. Aber der eine nette Sani hat mir so fröhlich zum Geburtstag gratuliert .. und wir zwei wollten die Stimmung wohl auch irgendwie etwas auflockern - die ernsten Gesichter der anderen vier haben meine Schwester nämlich nicht gerade beruhigt.
Die Arme hatte nen schweren Asthma-Anfall, und ihr Spray hat nicht mehr geholfen, so daß wir Hilfe holen mussten. Dummerweise ist sie mindestens so phobiegeplagt wie ich, so daß zu dem Anfall noch ne heftige Panikattacke dazukam. Erst ging es ihr wieder besser. Bis ihr dann gesagt wurde, daß sie doch ins Krankenhaus muss … wir hatten gehofft, sie kriegt ein entspechendes Medikament, und dann ist wieder gut. Leider nicht :( .. und als meine Mutter dann sagte, daß sie mit ins Krankenhaus und dann auch über Nacht dabeibleiben muss und der Notarzt dann meinte, Letzteres ginge nicht, war’s dann wieder ganz vorbei. Logischerweise. Neeneenee .. meine Schwester ist zu 100% geistig behindert, und der Typ wusste das auch. Sie kann nicht alleine im Krankenhaus bleiben, fertig. Punkt. Aus. Irgendwann wird das auch mal bei den Halbgöttern in Weiß ankommen, ich bin ganz sicher :roll:

Ich hab Mutter gesagt, sie soll das in Ruhe im Krankenhaus abklären. Erstmal sind sie jetzt eh 1-4 Stunden in der (Not-)Aufnahme. Und wenn sie dann wirklich weggeschickt wird .. muss sie ja nicht gehen. Kann sie ja keiner zwingen, höchstens mit Polizeigewalt .. und ob die wirklich eine Mutter von ihrem geistig behinderten Kind trennen..? Glaub ich nicht. Und so weit wird es schon nicht kommen.
Abgesehen davon ist der Notarzt meines Wissens eh nur “Lieferant” und hat mit der Aufnahme später nix mehr zu tun, und hat damit auch nix zu melden.

Joah. Dann warte ich mal auf den Anruf meiner Mutter. An Schlaf ist jetzt eh erstmal nicht zu denken. Aber ich bin Schlafmangel ja gewöhnt ..

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Der Schuh-Designer!

geschrieben am Dienstag, 7. April 2009 um 23:44 in Allgemein, Schlaflos

Puma-Schuh in schwarz-pinkJaja, ich weiß - nach so langer Zeit nur ein pisseliger Web-Tipp. Aber besser als nix ;)
Ich bin durch Zufall über den Puma-Schuhdesigner gestolpert. Und ich muss sagen: gar nicht mal schlecht :D .. ne ganz schöne Auswahl für son Paar Schuhe .. und eine wirklich TOLLE Vorschau, ziemlich fotorealistisch, von verschiedenen Seiten.
Rechts seht Ihr das Modell, daß ich mir fast gekauft hätte: schwarz (gemischt Wildleder und Schlangenleder-Optik) mit pink .. *seufz* .. aber ist im Moment doch ein bissl zu teuer. Wobei ich 110 Euro für einen “eigenen Schuh” jetzt gar nicht mal zu viel finde, es ist halt nur zur Zeit nicht drin ..

Wer sich auch einen Schuh basteln möchte:
https://www.puma.com/secure/mbbq

7.
11.

Fix und fertig

geschrieben am Freitag, 7. November 2008 um 05:15 in Allgemein, Schlaflos

Zunächst mal: Wer sich keinen Seelen-Striptease und weitere Abszess-Geschichten durchlesen will, sollte diesen Beitrag ignorieren. Ich werde auch versuchen, sowas in Zukunft zu vermeiden. Versprochen!

Nun sitz ich hier. Morgens um halb 5, obwohl ich dringend schlafen müsste. In 3 Stunden geht der Wecker, und wir müssen zur Beerdigung der Oma meines Mannes. Inklusive Trauerfeier, Mittagessen, Beisetzung, Nachmittagsgedöns, etc. Also keine Chance, irgendwas an Schlaf nachzuholen.

Was mir den Schlaf (und die Ruhe .. und im Prinzip im Moment mein Leben) raubt, ist die Schmerz-Erinnerung an gestern und vorgestern. Meine Gedanken können sich davon nicht lösen, ich habe Schüttelfrost, Heulkrämpfe, Panikattacken. Und das nur von der Erinnerung…
Ich überlege immer noch, womit ich den Schmerz am besten vergleichen kann. Zum einen, um meinen Kopf mit irgendwas Sachlichem zu füllen, zum anderen, um mich an Zeiten zu erinnern, in denen ich schonmal “stark” war. Soll ja angeblich helfen.
Also gut. Was haben wir denn da so im Angebot…. nen Angelhaken im Fuß. Diverse Zahnwurzelentzündungen. Den Wahnsinns-Hüftschmerz, als ich mich mit meiner Athrose nach einem Sturz beim Eislaufen falsch bewegt habe. Zahlreiche Schnitt-, Schürf- und Brandwunden, die immerhin tief genug waren, um auch noch Jahre später als Narben gut erkennbar zu sein. Viele, viele blutige Blasenentzündungen, verbunden mit nächtelangem Heulen auf dem Klo. Jahrelanges Laufen auf offenen Füßen, teilweise mit bis zu nem Zentimeter tiefen Rissen. Eine äußerst schmerzhafte Harnröhrendehnung. Die monatelange Heilphase des Kaiserschnittes (zugegebenermaßen nur am Anfang wirklich schmerzhaft). Das letzte Drittel der Schwangerschaft war auch eine einzige Tortur. Dutzende Abszesse in den vergangenen Jahren, die teilweise auch so richtig weh tun können. … *kratzamkopp* .. mehr fällt mir spontan nicht ein. Aber das ist doch schonmal ne ganze Menge. Und bei einigen Sachen davon war ich auch schon kreidebleich im Gesicht, oder habe geheult vor Schmerzen, auch schon gewimmert. Aber ich kann mich nicht erinnern, jemals auch nur einmal geschrien zu haben. Nichts davon war tatsächlich so schlimm wie die Jodstreifen-Wechsel in den letzten beiden Tagen. NICHTS. Ich finde das immer noch … unfassbar. Also so wirklich nicht zu fassen. Als ob mir einer mit ner Bratpfanne vor den Kopf gehauen hat und gesagt hat “So, das verstehst du jetzt nicht. Basta.” Mein Gehirn scheint sich darum drücken zu wollen, die ganze Sache zu verarbeiten. Ich bin kein Experte, aber es fühlt sich an wie ein Fall von “Traumatisierung”. Ich fühle mich immer noch wie in einem Schockzustand. Am liebsten würde ich stundenlang ziellos durch die Gegend laufen. Gerne auch mit dem Kopf vor die Wand schlagen. Psychosomatisch fallen mir spontan der Schüttelfrost und das Herzrasen auf. Seit gestern sackt auch mein linker Arm zwischendurch immer wieder mal nach unten. Wirkt sehr befremdlich. Aber irgendwie ist mir das gerade egal.

Gleichzeitig fühle ich mich wie eine Memme. Ich meine, kann es WIRKLICH so weh tun, einen Jodstreifen in einen Abszess zu stopfen? Da gibt es doch bestimmt noch viel höhere Schmerzgrade. Aber ich bin doch eigentlich gar nicht besonders zimperlich was Schmerzen angeht. Ich könnte beim Tätowierer prima schlafen, weil ich das “Prickeln” so angenehm finde … o.o

In dieses .. merkwürdige, geistige Chaos mischen sich auch noch die ganz rationalen Angstgedanken hinein. Nämlich die große Angst, daß ich die Hölle noch nicht verlassen habe und weitere Behandlungen zwingend notwendig sind.
Ich habe nämlich beim Verbandswechsel heute Abend nämlich 3 schöne große, harte Beulen entdeckt. Diese harten Beulen waren schon der Grund dafür, daß der Chirurg am zweiten Tag den Schnitt nochmal vergrößert hat. D.h., es sind wieder Abszesse. Vermutlich immer noch dieselben, nur neu gefüllt. Was gleichzeitig heisst: Die Tortur war nicht nur extrem schmerzhaft, sondern auch extrem sinnlos. Und eventuell sogar extrem dämlich - ich kann die neuen/alten Abszesse an der frischen Schnittwunde nämlich jetzt gar nicht mit Zugsalbe behandeln… Dabei hatte der erste Chirurg noch gesagt, daß ich nach der Öffnung jetzt wohl ein paar Monate Ruhe hätte, wahrscheinlich viel länger, als wenn der Abszess von selbst aufgegangen wäre. Tja. Oder auch nicht.

Im Moment stürze ich meine gesamte Resthoffnung auf das Antibiotikum, das ich heute endlich von meinem Hausarzt bekommen habe. Dort bin ich nämlich nachmittags panisch hingefahren, nachdem die dicke Schwellung am rechten Auge von vorgestern erstmal am nächsten Tag ans linke Auge gewandert ist - und heute ins Kinn (!!). Sehr unangenehm, wenn sich so ein Kinn mal eben 5 cm in alle Richtungen vergrößert … Zur Zeit hat sie sich zum Glück unter das Kinn zurückgezogen, da hat sie etwas mehr Platz und es spannt nicht mehr so sehr.
Jedenfalls hoffe ich, daß sich die alten/neuen Abszesse durch das Antibiotikum einfach .. in Luft auflösen. Ja, äußerst unwahrscheinlich, Abszesse sprechen auf Antibiotika meist nicht an, weil die Membran die Wirkstoffe nicht so recht durchlassen will. Aber es ist immerhin möglich. Und es wären auch nicht die ersten Abszesse, die einfach irgendwann verhärten, um dann über Wochen oder Monate hinweg immer kleiner zu werden und letztendlich zu verschwinden. Ja, darauf hoffe ich. Das wär gut. Alternativ können sie natürlich auch einfach irgendwann aufgehen. Eins von beidem MUSS passieren, denn eine ärztliche Behandlung kommt nicht mehr in Frage. Lieber laufe ich lachend durch 5 Meter Stacheldraht.

Hätte ich mal früher mit meiner Mutter gesprochen. Die hat mir nämlich von meinem Vater erzählt, der genau das gleiche Abszess-Problem hatte (wird ja auch zum Teil vererbt). Der hat sich auch mal einen Abszess vom Chirurgen öffnen lassen. Ein einziges Mal. Die dutzenden, die danach noch kamen, hat er dann selbst aufgeschnitten und sich nicht wieder zum Arzt getraut. Und mein Vater war ein Typ, der mit ner abgetrennten Fingerkuppe aufm Sofa sitzt, nen Schluck Kaffee trinkt, sich noch ne Kippe anzündet, um dann die Kuppe mit Kittifix (= alter Ostzonenkleber) selbst wieder anzukleben. Ja, ist tatsächlich so passiert.
Aber vermutlich wollte meine Mutter mir einfach keine Angst vor der Behandlung machen. Sie konnte ja auch nicht ahnen, daß das bei mir auch so weh tut, hätte bei meinem Vater ja auch nur blöder Zufall / eine ungünstige Stelle / ein schlechter Chirurg sein können…

Joah. Jetzt hock ich hier schon ne dreiviertel Stunde und schreibe mir die Seele aus .. den Fingern. Und ich muss sagen - es hilft tatsächlich so langsam. Mist. Dabei wollte ich diesen Blog doch dafür gar nicht missbrauchen. Naja. Wer bis hierher mitgelesen hat (Respekt!), wird mich vielleicht ansatzweise verstehen.

So. Die nächsten Stunden / Tage werde ich wohl damit verbringen, mich aufs “Funktionieren” zu konzentrieren. Einen Nervenzusammenbruch kann ich mir als Mutter ja gar nicht mehr leisten. Und alleine die Tatsache, daß ich trotz der nervlichen Extrem-Belastung nicht wieder in alte Verhaltensmuster zurückgefallen bin, macht mich schon ein bisschen Stolz. Zum Glück hat mein Mann die nächsten drei Tage frei … obwohl .. wirklich helfen kann er mir gerade nicht. Er stirbt mal wieder den Erkältungs-Tod inklusive sterbendem Schwan auf dem Sofa *rolleyes*. Aber ich weiss auch, daß sone fette Erkältung ganz schön an die Substanz gehen kann, da will ich jetzt nicht rumnölen. Ist halt nur äußerst schlechtes Timing.

Nachtrag:
So .. ich wollte nicht schon wieder nen neuen Beitrag zu dem Thema erstellen, irgendwann ist auch mal gut ..
Neuigkeit 1: Ich habe heute auf dringendes Anraten einer befreundeten Krankenschwester den Jodstreifen gezogen und hatte dabei die Gelegenheit, mir Alles nochmal genauer anzuschauen. Aus den 3 großen Beulen ist nun eine größere geworden. Was mich stutzig macht: die Beule geht bis an die immer noch recht große, klaffende Schnittwunde … deren Ränder sind auch mitgeschwollen .. das kann dann ja wohl kaum ein neuer Abszess sein, wenn er direkt “am Ausgang” liegt, oder??
Neuigkeit 2: Ich hab mal meine psychischen/physischen Symptome gegoogelt .. und siehe da: es IST sowas ähnliches wie eine posttraumatische Belastungsstörung. Nennt sich allerdings akute / abnorme Belastungsreaktion. Ist an sich gar nicht mal ungewöhnlich, und die Grenzen von normaler zu abnormaler Reaktion sind da wohl auch recht fließend. Und das schöne ist: der Spuk ist dann bald vorbei :) .. je nach Webseite ist die Rede von “maximal drei Tage” bis “maximal vier Wochen” .. und da der Tag heute (zumindest tagsüber) bisher ganz OK war, geht es eher in richtung Ersteres^^

9.
8.

Schlafentzug II

geschrieben am Samstag, 9. August 2008 um 02:18 in Schlaflos

*seufz* .. und weiter gehts ..

Nachdem der Tag sogar noch viel schlimmer war als befürchtet, wird diese Nacht auch nicht besser :(

Ich konnte tagsüber 3 Stunden Schlaf nachholen - aber nicht am Stück. Ich glaube, da hätte ich besser gar nicht geschlafen…
Also bin ich dann heute um 11 ins Bett, zusammen mit Kind und Mann, in der Hoffnung, daß sie - so wie gestern - im großen Bett halbwegs durchschläft.
Nö. Natürlich nicht. Die Erkältung quält meine Kleine so sehr, daß sie alle 15 Minuten losbrüllt. Vom Arzt gabs übrigens lösenden Hustensaft, zusammen mit der Auskunft, daß das noch ne Weile dauern wird. War auch nicht anders zu erwarten. Dumm nur, daß sie jetzt mehr Schnupfen als Husten hat. Das war heute vormittag noch ganz anders… und jetzt röchelt und schnauft die arme Maus pausenlos, und verteilt ihren Schnupfen über das ganze Bett, sich selbst und mich.
Mein Mann scheint tatsächlich in diesen 15-Minuten-Intervallen schlafen zu können. Ich kann das nicht. Geht einfach nicht. Bei 2 Schnarchern im Bett, komplett verkrümmt auf 40cm Liegefläche, ohne eine Möglichkeit, mich mal irgendwie zu drehen. Oder zu husten / niesen. Mich hat es nämlich jetzt auch so richtig erwischt :roll:

Deswegen bin ich jetzt wieder aufgestanden. Bevor ich so todmüde bin, daß mich die ganze Situation zu wahnsinnig macht.

Das einzige, was mich hier gerade vorm totalen Kollaps bewahrt, ist der Samstag. Mein Mann wird die “Frühschicht” übernehmen, so daß ich da evtl. 3-4 Stunden schlafen kann. Klappt aber nur, wenn Maya dann nicht schreit. Ich kann einfach nicht schlafen, wenn mein Baby weint, auch wenn ich weiß, daß Papa für sie da ist. *seufz*

Für Morgen geh ich dann mal auf die Suche nach Anti-Mücken-Spray. Irgendwo muss ich noch ne Pulle haben. Wenn nicht, kauf ich eine. Ich hoffe, daß die Mücken im Wohnzimmer vielleicht das Sofa meiden, wenn ich mich komplett mit dem Zeug einsprühe. Ich mein, irgendwie MUSS ich es schaffen, auch mal wieder auf dem Sofa zu schlafen. Ich weiß ja jetzt schon, daß ich die nächsten 2-4 Wochen mit der Erkältung kämpfen und vermutlich noch ne Bronchitis kriegen werde. Bis dahin ist meine Tochter dann wieder gesund - und kann dann nicht schlafen, weil ICH sie ständig wachhuste. Das geht einfach nicht …

8.
8.

Schlafentzug

geschrieben am Freitag, 8. August 2008 um 03:59 in Schlaflos

*seufz* .. na das wird ja morgen spaßig … ich bin “gezwungen”, diese Nacht durchzumachen.

Meine Tochter ist so gegen halb 3 wach geworden, vermutlich durch die Erkältung. Ich habe sie dann zu meinem Mann ins Bett gelegt - wenn sie erstmal richtig wach ist, ist das der einzige Weg, wie sie wieder zur Ruhe kommt.

Joah. Das heisst dann aber auch, daß kein Platz mehr für mich ist. Außerdem war ich da ja auch noch gar nicht müde, sonst hätte ich mich vielleicht daneben gequetscht. OK, schlaf ich halt aufm Sofa, dacht ich mir.

Pf. Falsch gedacht. Ich hatte vergessen, daß hier im Wohnzimmer ein paar Mücken rumschwirren. Hier am Computer stört mich das nicht so sehr, aber wenn ich schlafen will und es surrt eine Mücke über meinem Kopf, dann werde ich WAHNSINNIG.
Eine letzte Hoffnung hatte ich noch - der “Ultraschall-Mücken-Verscheucher”, den meine Mutter vom Plus mitgebracht hat. Gut, wenn das Ding läuft hat man das Gefühl, man kriegt Tinnitus (scheint ein ziemlich tiefer Ultraschall zu sein :roll: ), aber wenns hilft.

Kurz gesagt: Nein. Es hilft nicht. Ich hab das Ding direkt neben mich gestellt und mich voll beschallen lassen, und hatte trotzdem diese Mücke überm Kopf. Meine Katzen sind leider auch zu blöd zum Mücken fangen, sie haben sie nur sehr interessiert mit scharfen Blicken verfolgt.

Und nun sitz ich hier. Morgens, 4 Uhr in Deutschland. Noch hält sich meine Müdigkeit in Grenzen, aber das wird sich in der nächsten Zeit schlagartig ändern.
Bis 6 Uhr muss ich noch durchhalten. Dann werde ich mit meinem Mann die Plätze tauschen - um dann bis etwa halb 8 halbwach im Bett zu liegen, um vermutlich genau dann einzunicken, wenn meine Maus wach wird.

Ja, der Tag morgen wird SUPER :( … und keine Chance, irgendwann zu schlafen .. vormittags muss ich erst mal mit der Kleinen zum Arzt, weil der Husten schlimmer wird. Und meine Mutter hat Geburtstag, und damit natürlich keine Zeit, auf Maya aufzupassen.
*seufz* .. manchmal möchte ich wieder 16 sein. Nein, mein Leben war da nicht so besonders - aber da konnte ich zumindest problemlos ein bis zwei Nächte durchmachen. Jetzt, mit 30, klappt das irgendwie nicht mehr so gut.

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