5.
11.

Horror Reloaded

geschrieben am Mittwoch, 5. November 2008 um 23:37 in Allgemein

OK. Das war definitiv das LETZTE MAL, daß ich einen Abszess öffnen lasse. Das mach ich nie, NIE wieder!!! … gut, kleinlaut zugeben muss ich wohl, daß ich bei akuter Lebensgefahr nochmal drüber nachdenken würde. Aber auch nur, weil Sterben zur Zeit nicht so recht in Frage kommt.

Jedenfalls war der Termin in der chirurgischen Ambulanz wieder Trauma-Material. Fing schon gut an: “Da ist ja noch Alles hart. Da hat der Kollege nicht weit genug geschnitten, da muß ich nochmal ran.”
Da ging dann schon meine Panik-Leuchte an. Aber - Galgenhumorist, der ich nunmal bin - habe ich erstmal weiter meine Witzchen gemacht. Und als er dann sagte, daß er da natürlich erst ne örtliche Betäubung reinsetzt, war ich etwas beruhigter. Wie konnte ich nur so blöd sein :x .. ich WEISS doch ganz GENAU, daß örtliche Betäubungen bei Entzündungen nicht wirken. Also zumindest bei mir nicht.

Und es kam, wie es kommen musste. Und ich weiss immer noch nicht, wie ich diese höllischen Schmerzen beschreiben soll. Man sagt ja manchmal “Ey, Alter, als ob Dich da einer n Messer reinsteckt und umdreht, ey”. Da habe ich nun keine Vergleichsmöglichkeit. Aber ich bin fast versucht, es zu testen, nur um zu gucken (oder besser: fühlen), ob das vergleichbar ist.
Auch diesmal habe ich geheult und gebrüllt. So laut, daß eine der Arzthelferinnen panisch an den Tisch gesprungen ist, um mich prophylaktisch festzuhalten. Zum Glück setzt mein Verstand nicht so weit aus, daß ich mich tatsächlich bewegen - und es damit wohl schlimmer machen würde. Könnte aber auch Schockstarre sein, keine Ahnung. Aber wenn die Prozedur 5 Sekunden länger gedauert hätte, wäre ich vermutlich wirklich vom Tisch gesprungen. Und das hätte dann auch die Arzthelferin nicht verhindern können…
Als Alles vorbei war, habe ich noch ne gute Viertelstunde mit Heulkrämpfen im OP-Raum gesessen. Irgendwo zwischen Schockzustand und Nervenzusammenbruch, laut schluchzend, schüttelnd, bis ich mich fast übergeben hätte.
Bleibt die Frage - WARUM tut das so weh? Der Schnitt wars diesmal wieder nicht. Den hab ich zwar heute deutlich und sehr schmerzhaft gespürt, aber ein Messer in die Achselhöhle rammen ist anscheinend kein Vergleich zu dem viel, viel schlimmeren Jodstreifen-Wechsel. Ich mein, ist ja auch nicht das erste Mal, daß mich einer aufschneidet und was reinstopft, hab ich beim Kaiserschnitt ja auch gehabt. Und da hab ich fast nix gespürt… ist die Innenseite eines entzündeten Abszesses SO extrem empfindlich? Oder liegt es an der - generell ja recht empfindlichen - Achselhöhle ..? .. *seufz* .. ich weiss es nicht. Ist wohl auch nicht so wichtig. Jedenfalls hab ich dem Arzt direkt danach gesagt, daß er das NIE WIEDER bei mir machen wird. Da hatter dann zwar doof geguckt, aber klaglos akzeptiert. Hat mir sogar angeboten, daß ich die Verbände selbst wechseln darf, um erstmal nicht wieder in die Praxis zu müssen. Das hat mein Mann dann auch gerade gemacht - aber natürlich erst NACH dem Fussballspiel, als das Blut schon fast durchgesuppt war. Aber das ist ein anderes Thema ..

Joah. Was habe ich nun also gelernt?
Auf der negativen Seite:
- Ich lasse keinen Abszess mehr chirurgisch öffnen, solange keine Lebensgefahr besteht.
- Mein Vertrauen in die Ärzte ist jetzt NOCH schlechter als vorher.

Auf der positiven Seite:
- Ich werde jeden Abszess, auch den kleinsten, sofort mit Zugsalbe behandeln. Ich habe bisher immer bis zu einer gewissen Größe gewartet, weil es einfach nicht immer notwendig ist. Aber das Risiko gehe ich nicht mehr ein.
- Die Schmerzen waren jetzt der finale Startschuss für meine Diät. Mit 20 Kilo weniger hatte ich - soweit ich mich erinnern kann - kaum Probleme mit Abszessen.
Ob ich die Diät auf Dauer durchhalte ist eine andere Frage, da muss ich ja auch andere Dinge berücksichtigen. Aber zumindest der Anfang ist jetzt gemacht.

Dann hoff ich jetzt einfach mal, daß der Jodstreifen noch ein bis zwei Tage hält, bevor er rausfällt. Daß der Abszess lang genug offen bleibt, damit auch wirklich alles rauskommt. Und daß ansonsten Alles gut verheilt …

4.
11.

Horror im Krankenhaus

geschrieben am Dienstag, 4. November 2008 um 20:04 in Allgemein

Ich muss jetzt echt überlegen, wann ich das letzte Mal vor Schmerzen so richtig losgebrüllt habe .. muss schon ewig her sein. Heute war es dann aber soweit :(

Mein Abszess hat mir denn doch Sorgen gemacht, weil seit heute mittag meine rechte Hand und das rechte Auge an- bzw. zugeschwollen sind (ich sehe son bisschen aus wie Karl Dall ..). Da ich tagsüber mein Kind nirgendwo unterbringen kann, dachte ich mir, ich kombiniere das Ganze mit dem Besuch meiner Mutter im Krankenhaus. Hätte ich vorher gewusst, was auf mich zukommt, hätte ich wohl noch ein paar Tage gewartet …

Zunächst die übliche Diskussion - wie immer wollte man mich direkt stationär aufnehmen. Ein Abszess dieser Größenordnung müsste nämlich eigentlich operativ großflächig entfernt werden. SEHR großflächig. Eine Fläche von etwa … 2 Händen. Oder 4 Zigarettenschachteln. Wundheilungsphase .. tjoa .. unterschiedlich .. bei Gesunden schon mehrere Wochen. Bei mir als Diabetiker .. mhm .. kann dauern .. ganz davon abgesehen, daß das keine Garantie dafür ist, daß ich danach Ruhe habe. Und selbst WENN die Achselhöhle danach keine Probleme mehr macht, hab ich dann immer noch ne zweite davon, plus die betroffene Leistengegend. Und mich dermaßen aufschnippeln zu lassen .. neeeee .. so schlecht geht es mir denn doch noch nicht.
Die Schwellung machte dem Arzt auch Sorgen, könnte nämlich evtl. eine Thrombose sein, was natürlich schon sehr gefährlich wäre. Bei genauem Nachfragen sagte er aber auch, daß die Wahrscheinlichkeit gering sei.
Nach etwa halbstündigem Hickhack fragte er mich dann, was ich erwartet hätte - ich sagte: “Daß sie da ein Messer reinhauen damit der Eiter rauskann, und ich geh dann wieder nach Hause.”

Er hat dann zum wiederholten Male wie ein Irrer drauf rumgedrückt (ja, das tut weh!) und meinte dann, OK, kann er machen (bzw. die anwesende Lern-Ärztin, aber sowas ist mir ja egal).

Da war ich dann erstmal trügerischerweise beruhigt. Ich mein, hey, das Ding tut eh schon saumäßog weh, bissl Eisspray drauf, einmal reinpieken, und gut is.

Ja scheisse .. Beim Eisspray hab ich schon mal übersprungsmäßig losgelacht. Ich hätte nie, NIE gedacht, daß Eisspray SO wehtut. Gut, tut es vielleicht sonst auch nicht, aber auf dem Abszess .. ich hab ja ein bisschen Erfahrung mit Verbrennungen. Der Schmerz ist vergleichbar, er hätte auch ein Feuerzeug dranhalten können :(
Nach dem merkwürdigen Lachen hab ich dann auch direkt losgeheult.
Den Schnitt selbst habe ich dann logischerweise nicht gemerkt. Aber dann kam die Klemme … und dann habe ich gebrüllt. Er musste mit der Klemme das Loch aufdehnen, und zwar mehrfach, während er gleichzeitig mit voller Wucht mit der Hand auf dem Abszess rumgedrückt hat. Ich weiß gar nicht, wie ich das beschreiben soll. Es war einfach die Hölle. Ich lag praktisch einfach nur heulend und brüllend auf diesem Tisch, und wär ich gläubig, hätte ich gebetet, daß der Horror bald vorbei ist. Alleine beim Gedanken daran heule ich jetzt schon wieder los …

Gleichzeitig habe ich mich in Grund und Boden geschämt und mich gefühlt wie ein Kleinkind.
Der Pfleger sagte hinterher allerdings, ich wäre sehr tapfer gewesen. Klar. Natürlich. Ich glaube, das sagen die jedem.

Joah. Und nun sitze ich hier. Die Schmerzen durch den Schnitt sind ungefähr gleich stark wie vorher, aber das wird sich hoffentlich bald ändern. Und meine Angst vor einer Blutvergiftung ist jetzt zumindest weg. Dafür habe ich Panik vorm Jod-Streifen-Wechsel morgen :( .. eigentlich hatte ich das Alles ja heute im Krankenhaus gemacht, weil ich dachte, ich müsste keinen Babysitter besorgen, um zum Arzt zu gehen. Tja. Falsch gedacht. Zum Glück hat die Nachbarin morgen vormittag Zeit ..

Jetzt kann ich nur noch hoffen, daß die Schwellungen schnell zurück gehen - wenn nicht, muss ich nämlich doch noch ins Krankenhaus, wegen der angesprochenen Thrombose-Gefahr. Und drückt mir die Daumen, daß das morgen nicht wieder so extrem weh tut .. ich glaub, dann dreh ich völlig durch :(

3.
11.

Akne Inversa

geschrieben am Montag, 3. November 2008 um 10:55 in Allgemein

*seufz* .. eigentlich sollte man froh sein, wenn “das Kind einen Namen hat”. Aber bei DEN Aussichten .. :(

Eigentlich wollte ich nur nach dem Hausmittel für meine ständigen Abszesse googeln. Hab im Moment wieder so einen Multi-Abszess in der Achselhöhle, der aus mehreren, anscheinend teilweise verbundenen Furunkeln besteht. Und diesmal ist er riesig und tut saumäßig weh, ich kann meinen Arm kaum bewegen. Zum Glück werden die Dinger nicht immer sooo groß. Ich hab das schließlich ca. 3-5 Mal im Jahr, meistens in den Achselhöhlen, etwas schwächer in der Leistengegend.

Tja. Und beim googeln bin ich dann immer wieder über den Begriff “Akne Inversa” gestolpert. Und es trifft komplett auf mich zu.
Dummerweise kann man da wohl fast nix machen. Viele Betroffene wurden schon zig-mal operiert, “Mittel der Wahl” in schweren Fällen ist wohl eine komplette, operative Entfernung des betroffenen Bereiches - was zu riesigen Wunden führt, mit den entsprechenden Schmerzen und einer ewig langen Wundheilungsphase.

OK, soweit isses bei mir noch nicht .. aber ich hab nun wieder Angst, daß das Ding nach innen aufgeht und zu einer Sepsis führt :( .. Drauf rumdrücken tu ich nicht, aber unterm Arm herrscht ja schon eine gewisse .. Belastung. Naja, ich kenne die zugehörigen Anzeichen und kann dann entsprechend reagieren.

Langfristig helfen KÖNNTE eine Gewichtsabnahme, Rauch-Stopp, bessere Zuckereinstellung und ein stressfreieres Leben. Den ersten Punkt wollte ich sowieso angehen, mal schauen, ob’s was wird.

Joah. Ich glaub, ich mach jetzt erstmal ne warme Kompresse drauf, soll manchmal helfen. Im Laufe der Woche muss ich sowieso irgendwie neues Insulin besorgen, dann kann ich auch neue Zugsalbe kaufen. Und als allerletzte Option kann ich immer noch zum Chirurgen gehen …
Ist im Moment nur recht schwierig - meine Mutter ist schon seit über 2 Wochen im Krankenhaus, dadurch bin ich leider nicht wirklich mobil .. :(

Achja .. doch, bin ein bisschen down zur Zeit. Aber ich komm da schon irgendwie durch ..

29.
10.

Denis Leary - Life’s Gonna Suck

geschrieben am Mittwoch, 29. Oktober 2008 um 23:47 in Musik

Hachja .. Denis Leary .. *ggg* .. die meisten kennen ihn vermutlich nur aus dem Film “Demolition Man”, aber er ist ein recht bekannter Stand-Up Comedian. Und sein Programm “No Cure For Cancer” fand ich echt gut :)

Aber die Unplugged-Session von .. öhmm .. 1993 war auch nicht schlecht^^ .. ich hab mal ein “Kinderlied” rausgepickt ;) .. also .. if you know the words - SING ALONG! .. *träller*

21.
10.

Inspector Parker

geschrieben am Dienstag, 21. Oktober 2008 um 13:12 in Online-Games

Spiel in neuem Fenster öffnenHier ein Logik-Spiel, wenn man mal ein bisschen Zeit totschlagen muss ;)

Bei Inspektor Parker müsst Ihr Personen und Gegenstände den richtigen Räumen zuordnen. Dies macht ihr mit Hilfe der “Clues” auf der rechten Seite.
Beispiel: Der Clue sagt: “Person A ist LINKS vom Gegenstand B”. Dann könnt Ihr entweder direkt auf die passende Person klicken, falls das schon erkennbar ist - oder aber zumindest alle Personen A löschen, die RECHTS vom Gegenstand B sind ..

Das ist insgesamt recht simpel, auch in den höheren Levels - allerdings klickt man sich da irgendwann nen Wolf, und die Augen tun bei den ganzen Mini-Icons leider schnell weh .. aber im Großen und Ganzen macht das Spiel Spaß :) .. wer die alten Logik-Puzzles mag findet hier also eine klickbare, simple Variante.

Achso - “Sinn” des Spiels ist übrigens die Auklärung von Kriminalfällen. Am Ende jedes Levels gibt es eine Art Auflösung, was passiert ist (Wer wurde von wem warum und womit getötet). Allerdings sehe ich da absolut keinen Zusammenhang mit dem eigentlich Spiel .. falls mir das einer erklären könnte … ;)

16.
10.

Wann kommen die Pilger?

geschrieben am Donnerstag, 16. Oktober 2008 um 00:01 in Familie, Merkwürdigkeiten

Die heilige Mama*lach* .. ich hab gerade die Handy-Bilder überspielt, die mein Mann an Mayas erstem Geburtstag gemacht hat.
Na, fällt Euch was auf? ;) Und nein, das Bild ist nicht nachbearbeitet (nur “Rote Augen” und Bildausschnitt).

Ich halte mich zwar so insgesamt für einen netten Menschen .. aber sooo nett, daß ich einen Heiligenschein verdiene .. also ich weiß ja nicht .. :D

Aber wenn es denn so ist .. tja, ich habe mir mein Schicksal nicht ausgesucht *seufzt theatralisch* .. wer pilgern möchte, kann das gerne tun. Hey, es gibt Menschen, die verehren ein Stück Toast oder Schmierereien an einer Fensterscheibe^^ .. werft die Geldspenden einfach vor die Haustür. Danke. :P

So. Dann werde ich meiner Tochter wohl morgen erstmal ein Paar Sandalen kaufen und den Wasser-Wein-Tríck mit ihr einstudieren .. *rofl*

15.
10.

Die ersten Schritte

geschrieben am Mittwoch, 15. Oktober 2008 um 02:30 in Familie

Nein, wie süß :D .. meine Tochter hat heute die ersten Schritte gemacht. OK, vor ein paar Tagen waren es auch schonmal ein oder zwei Trippelschrittchen, aber das sah eher danach aus, als ob sie gedacht hätte: “Bevor ich umkippe mach ich lieber nen Fuß nach vorne…”
Aber heute ist sie “richtig” gelaufen. Bestimmt 5 oder 6 Mal zwischen mir und meiner Mutter hin und her, und später dann auch vom Tisch und vom Sofa zu mir - jeweils 3-4 Schritte. Mehr schafft sie noch nicht, aber es wird jetzt nicht mehr lange dauern, bis sie von ganz alleine durch die Wohnung rennt. Wirklich “üben” kann man mit ihr ja nicht, sie lässt sich nicht (bzw. nur sehr ungern) an den Händen festhalten. Macht aber nix, das schafft sie auch alleine ;)

Hachja .. und wieder ein Stück Freiheit und Selbständigkeit. Am Samstag ist sie ja schon vom Baby zum Kleinkind “herangewachsen” - und daß ich da jetzt ein Klingeln höre und Sternchen sehe, liegt eindeutig daran, daß ich früher zu oft “Die Sims” gespielt habe *lol*.
Zum Glück geht das im echten Leben doch etwas langsamer als im Spiel - sonst würde es morgen schon “plöpp” machen und der Schulbus vorfahren .. neenee, dafür hätte ich dann doch gern noch ein bisschen mehr Zeit^^

29.
9.

Der Tag danach

geschrieben am Montag, 29. September 2008 um 23:15 in Familie

Tagsüber ging es mir eigentlich “den Umständen entsprechend” gut. Ich heule immer noch zwischendurch unkontrolliert los, aber die Abstände scheinen größer zu werden… nur bei der Beerdigung im Garten bin ich fast zusammengebrochen :( .. ich habe immer gesagt, ich verstehe die Leute nicht, die ihre Haustiere ausstopfen lassen. Aber als ich heute das letzte Mal meine Katze auf dem Arm hatte, hätte ich ALLES dafür gegeben, sie nicht hergeben zu müssen - mir war egal, daß sie tot ist, ich wollte sie einfach nur behalten, um mich haben, weiter sehen und anfassen können… aber nüchtern betrachtet wäre das Präparieren vermutlich keine gute Idee - zum einen weiß ich nicht, ob ich den Anblick auf Dauer ertragen könnte, zum anderen kann man nie sicher sein, daß der Präparator die Statur/Mimik so hinbekommt, wie sie früher war. Und wenn hinterher auch nur das kleinste Detail nicht stimmt .. nein .. das ginge nicht.
Aber in dem Moment .. und eigentlich auch jetzt immer noch .. ich will sie einfach nur zurück .. meine kleine, dicke Katze .. :( .. mein Mann hat mir die Entscheidung abgenommen, er könnte niemals mit einer ausgestopften Katze leben .. auf lange Sicht ist das vermutlich auch besser so ..

Im Moment versuche ich krampfhaft, mich davon zu überzeugen, daß ich nichts hätte tun können, um sie zu retten. Aber die Schuldgefühle .. ca. 2 Stunden vorher hat sie in einer Wohnzimmerecke gelegen, in der sie sonst nie liegt, und als das Kind hingekrabbelt ist, ist sie nur aufgestanden und weggegangen - allerdings mit offenem Mund. In dem Moment habe ich mir nichts dabei gedacht, aber jetzt verfolgt mich dieses Bild .. wenn ich sie da schon zum Notdienst gebracht hätte .. hätte sie noch eine Chance gehabt? Was wäre gewesen, wenn ich danach nicht auf dem Sofa eingeschlafen wäre - hätte ich ihr früh genug etwas angesehen ..? Die Ärztin meinte zwar, man hätte VIELLEICHT noch etwas machen können, wenn man es vor EIN PAAR TAGEN gemerkt hätte .. aber vielleicht hätten ein paar Stunden auch schon gereicht? Aber hätte ich sie wirklich bei den kleinsten Krankheitsanzeichen zum Notdienst gefahren? Da hätte sie schon “richtig” krank aussehen müssen, ansonsten hätte ich wohl gesagt, wir warten bis zum nächsten Tag und fahren regulär zum Tierarzt… und genauso gut hätten wir sie morgens finden können - sollte ich mir da vorwerfen, daß ich nachts geschlafen habe?

Ach, die Gedanken kreisen einfach nur .. und die Tränen fliessen .. ich versuche, die “positiven” Dinge zu sehen. Ihr Tod war bestimmt nicht “friedlich”, aber immerhin recht schnell. Sie musste sich nicht wochen- oder monatelang mit Schmerzen quälen. Außerdem blieb mir die Alptraum-Eintscheidung zum Einschläfern erspart. Mein Kind ist auch noch zu klein, um irgendwas davon mitzukriegen. Und für mich wäre der Verlust wohl ohne Kind noch schlimmer gewesen .. nicht, weil ich meine Katze jetzt weniger lieb gehabt hätte, sondern weil mein Kind mich ohne Rücksicht fordert - da kann ich es mir einfach nicht leisten, einfach “zusammenzubrechen”, wie ich es mir nach meinen Horror-Träumen, in denen ich eine Katze verliere, immer vorgestellt habe ..

Ich muss sehen, daß das Leben irgendwie weiter geht. Auch wenn es wahnsinnig schwer fällt .. sämtliche Handgriffe im Alltag sind heute etwas mühsamer, über Allem liegt irgendwie ein Schatten, es tut einfach so furchtbar weh… ich warte immer noch darauf, daß sie sich hier rechts an meinem Drehstuhl hochzieht, mir die Krallen in den Oberschenkel haut um sich dann mit ihrem dicken Hintern auf die Tastatur zu setzen und mir die Brille von der Nase zu klauen ..

Ich werde jetzt versuchen, irgendwie die Nacht umzukriegen .. werde vermutlich irgendwelche dämlichen Online-Spiele spielen oder DVDs gucken .. und den starken Drang bekämpfen, in den Garten zu gehen und meine geliebte Fly auszugraben, um sie noch einmal im Arm zu halten .. nur noch ein einziges Mal .. :(

28.
9.

Meine geliebte Fly …

geschrieben am Sonntag, 28. September 2008 um 22:45 in Familie

Fly Es ging Alles so schnell .. vor etwa 3 Stunden sagte mein Mann: “Ich glaube, wir müssen mit der Katze zum Arzt” .. ich dachte mir noch gar nichts dabei, und bin vom Wohnzimmer zum Bad gegangen .. und dann sah ich schon die riesige Blutlache .. und Du, meine liebe, große, häßliche Alienkatze, lagst daneben. Flach auf der Seite, röchelnd und zuckend. Ich bin sofort zum Rechner gelaufen und habe den tierärztlichen Notdienst rausgesucht - am Wochenende wird der ja mit örtlichen Tierärzten besetzt. Aber ich wäre mit Dir auch bis nach Timbuktu gefahren, um Dir zu helfen. Schnell bei meiner Mutter eine Notfallmeldung gemacht, damit sie aufs Kind aufpasst, ab ins Auto und los.

Du hast die Fahrt vermutlich schon nicht mehr erlebt.
Die Ärztin konnte nur noch den Tod feststellen. Vermutlich irgend ein angeborener Herzfehler, sagte sie. Wir hätten nichts tun können - es wäre höchstens bei einem Herz-Ultraschall aufgefallen, und ohne Krankheitsanzeichen wird sowas nicht gemacht.
Morgen werden wir Dich in den Garten bringen und ein hübsches Plätzchen aussuchen.. heute Nacht brauche ich Dich noch. Ich werde mich noch oft von Dir verabschieden müssen, Dich nochmal streicheln und ansehen müssen, bis ich Dich für immer gehen lassen kann. Bis ich überhaupt begreifen kann, daß es ein Abschied für immer ist.

Meine geliebte Fly… Du wirst mir so fehlen. Wie Du mir immer in die Nase gebissen hast, um mich zu wecken. Dich um meine Füße gerollt hast, wenn ich ins Bett wollte. Auch wenn wir Deiner Schwester vermutlich irgendwann einen neuen Artgenossen ins Haus holen werden - nichts kann Dich ersetzen.
Danke für 8 wundervolle Jahre. Ich werde Dich nie vergessen.

Deine “Mama”

27.
9.

Stuss im Fernsehen

geschrieben am Samstag, 27. September 2008 um 23:23 in Television

Ich gehöre ja zu den Leuten, bei denen der Fernseher auch mal recht sinnfrei einfach im Hintergrund flimmert. So auch heute Abend. Und dabei bin ich mal wieder über Mist gestolpert *seufz*

Mensch gegen Tier. Eigentlich war mir von vornherein klar, daß das Blödsinn wird, und ich verstehe selbst nicht, warum ich den Fernseher dann überhaupt anlasse. Ich mein, sämtliche “Erkenntnisse” der Show kann man doch mit Sicherheit irgendwo nachlesen: Sportliche Höchstleistungen von Tieren raussuchen und mit denen von Menschen vergleichen. Kein großer Akt. Aber nein, da muss natürlich eine Show draus gemacht werden. Eine “Samstag-Abend-Show”, wohl gemerkt. Früher war das mal ein Zeichen von Qualität. Also im letzten Jahrhundert irgendwann.

Es kam, wie es kommen musste - da “besiegt” ein Mensch einen Pinguin im Dauer-Tauchen, weil der Pinguin den plötzlichen Regen untersuchen musste, der aufs Becken fiel. Klar hätte der länger tauchen können >.< .. da fällt ein Fallschirmspringer im Sturzflug schneller als ein Falke. Joah. Der Mensch wusste ja auch, daß es um Geschwindigkeit geht - der Falke muss vermutlich nicht schneller sein, um seine Beute zu erwischen. Ganz besonders toll auch der Hochsprung-Vergleich Leopard gegen Mensch. Klar hat der Leopard haushoch gewonnen. Das hätte aber er vermutlich auch, wenn die Bedinungen irgendwie vergleichbar gewesen wären, keine Frage. Aber so, wie das abgelaufen ist .. *kopfschüttel* .. der Zehnkämpfer hat den normalen Menschen-Hochsprung absolviert, also Anlauf, halb drehen, rückwärts über die Stange. Hat irgendwas um die 2 Meter übersprungen.
Der Leopard hingegen musste auf eine Plattform springen. Klar, Katzen springen ja auch nicht freiwillig über Hindernisse, sie springen nur auf Sachen drauf und wieder runter… Jedenfalls musste der Leopard nur mit den Vorderpfoten die Plattform erreichen und konnte sich dann mit den Hinterpfoten abstützen und halb hochziehen. Damit hat er dann 2,50m oder so geschafft. Ich behaupte mal: Ein Mensch, der mit nach oben ausgestreckten Armen schon fast 2,30m groß ist, hätte das auch hinbekommen :roll:
Wie gesagt, der Leopard wäre noch ein Stück höher gekommen und hätte damit eh gewonnen - aber trotzdem. Rein aus Prinzip Schwachfug.

Natürlich musste auch wieder irgendwelche Blagen im Studio hocken und um die Wette raten, natürlich wurden niedliche Tierbabys in die Kamera gehalten, etc.

Neeneenee. Es wird echt immer blöder. Aber immer noch besser als die “Wiesn Hits” auf Sat1. :uebel: .. das Oktoberfest soll da bleiben, wo es hingehört - in Bayern. Aber mittlerweile wird man hier im Norden damit ja auch an jeder Ecke belästigt…

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