12.
12.

Manche Tage ..

geschrieben am Samstag, 12. Dezember 2009 um 00:40 in Familie, Schlaflos

Ja .. an manchen Tagen ist es immer noch schwer. Ich saß gerade mal wieder heulend auf dem Sofa. Mann und Kind waren gerade im Bett verschwunden, und ich hab mir im Fernsehen noch ein paar schnulzige Weihnachtslieder in der Chartshow angehört … und hatte mittendrin den Impuls, meinen Tabak zu schnappen und nach oben zu gehen, mich neben meine Mutter aufs Sofa zu setzen, und mit ihr die Sendung zu Ende anzuschauen. So wie früher.
Aber das geht nicht mehr. Nie wieder. Das hat mich ganz schön runtergezogen ..

Mittlerweile gehts schon wieder. Zum Glück sind diese Phasen nur recht kurz. Aber ich fürchte, die werden noch eine ganze Weile immer wieder kommen. Heilig Abend wird bestimmt auch scheiße. Und Silvester wird die Hölle. Der Jahreswechsel ist für mich generell schlimm, weil da alle Sorgen aus dem alten Jahr wieder hochkochen, während mich gleichzeitig die Zukunftsängste für das neue Jahr erschlagen. Und dieses Mal ist von beidem massig vorhanden :(
Und doch geht das Leben weiter. Irgendwie.

Immerhin ist die Ämter-Rennerei jetzt vorläufig beendet. Naja, abgesehen von dem Testament, das passenderweise in dieser Woche aufgetaucht ist .. *seufz* .. vor ein paar Wochen hätte ich mich vielleicht gefreut, weil drin steht, daß ich das Haus alleine erben und meine Schwester “nur” lebenslanges Wohnrecht erhalten soll. Aber je länger ich drüber nachdenke, umso komplizierter wird die ganze Sache mit dem Wohnrecht .. aber vermutlich nützt das Testament eh nix - mein Großvater hat meine Schwester und mich schon als gleichwertige Nacherben des Hauses bestimmt, und soweit ich das in Erfahrung bringen konnte, hatte meine Mutter als “Vorerbin” gar nicht das Recht, anderweitig über das Haus zu bestimmen. Aber um das schlussendlich zu klären, muss ich wohl irgendwann einen Anwalt bemühen. Ich hab das Testament zwar jetzt ans Amtsgericht geschickt, aber soweit ich weiß kümmern die sich gar nicht um die Erbaufteilung, und schreiben nur auf den Erbschein, wer überhaupt generell als Erbe in Frage kommt. Tja. Mal abwarten.
Ansonsten habe ich wie gesagt bereits Alles erledigt. Ein paar Sachen (Grundbuchänderung, Wechsel der Gebäudeversicherung) gehen erst, wenn der Erbschein da ist. Und das kann dauern. Aber das ist nicht mehr viel.

Post an meine Krankenkasse ist auch raus. Wird teuer ab Januar. Aber nützt ja nix. Also muss ich mich langsam darauf vorbereiten, daß ich regelmäßiger nachts arbeiten muss. Ist ungewohnt, aber das wird schon. Eine Alternative habe ich ja nicht. Musste mir letztens wieder sagen lassen “Ach, wenn das mit der Selbständigkeit so teuer und kompliziert ist, und dann auch noch Steuern anfallen, dann lass das doch und geh normal arbeiten!” Zunächst mal ist “normal arbeiten” ebenfalls teuer und es fallen Steuern an. Sieht man ja, wenn man sich seinen Bruttolohn anschaut, und dann das Netto sieht … dazu kommen dann noch Fahrtkosten .. und Betreuungskosten für das Kind. Letzteres ist auch das größte Argument für die Selbständigkeit - wohin mit der Kleinen, wenn ich “normal arbeiten” gehen soll?? Da bliebe nur ein teurer Krippenplatz für 2jährige. Plus zusätzlichen Fahrtkosten. Und warten, bis sie im Kindergarten ist? Da ist es zunächst einmal fraglich, ob sie nächstes Jahr schon einen bekommt. Und wenn: dann wird sie von 7-12 und von 14-16 Uhr betreut. Ich hätte also ein maximales Arbeitsfenster von 8-11 Uhr. Japp, die Firmen werden sich um mich reißen, bei DER Flexibilität. Von der nicht vorhandenen Ausbilung ganz zu schweigen :roll:
Ja, jetzt können alle sagen: Andere Mütter schaffen das auch. Jut, ich kann natürlich sagen, daß Maya ganztags betreut werden soll. Teurer, aber ab 3 Jahren durchaus halbwegs bezahlbar. Aber will ich das? Diejenige, die mir sagt, ich soll normal arbeiten gehen, hat auch ein Kleinkind, und geht bald wieder arbeiten, und zeigte bei der Frage “Wohin mit dem Kind” einfach rüber zur Omma. Tja. Ich kann da nirgendwo mehr hinzeigen. Und selbst wenn: meine Mutter war schon die letzten Jahre nicht mehr fit genug, um sich regelmäßig und zuverlässig um meine Tochter zu kümmern. Mal vom Kindergarten abholen, wenn ich es zeitlich nicht schaffe, OK. Aber das wärs dann auch gewesen. Und ich werde mein Kind auch nicht jeden Tag von 6-17 Uhr bei der anderen Omma in einer anderen Stadt unterbringen. Das ist nur die absolute Notlösung wenn ich krank bin, so wie letztens mit der kaputten Schulter. Aber generell? Neeeeeeee. Bitte nicht.
Ergo ist die Selbständigkeit für mich immer noch die beste Lösung. Nicht perfekt, aber besser als gar kein Geld. Oder keine Zeit für meine Tochter. Ich hab mich ja dafür entschieden, Mutter zu werden, um auch Mutter zu sein. Nichts gegen berufstätige Mütter, viele haben ja auch keine andere Wahl. Aber das entspricht eben nicht dem, was ich mit meinem Leben so vorhatte. Da muss ich dann halt in den sauren Apfel beißen und gucken, wie ich klarkomme. So ist das nunmal.

Nun aber wieder Schluß mit der Grübelei. Reicht für heute. Lieber noch ne Serie gucken oder was lesen. Und dann irgendwann ins Bett. Mittlerweile schaffe ich es sogar manchmal wieder, vor 5 Uhr einzuschlafen. Eigentlich ein gutes Zeichen^^

27.
11.

Schweinegrippe

geschrieben am Freitag, 27. November 2009 um 03:57 in Familie, Schlaflos

*seufz* .. Maya hats erwischt .. heftiger Husten, starker Schnupfen, hohes Fieber ..
Obs nun die Schweinegrippe ist .. tja. Wirklich getestet wird das ja nicht. Ich hab gelesen, daß zur Zeit alle Grippe-Fälle automatisch der Schweinegrippe zugeordnet werden. Auch der Verwandtschaft, bei der Maya sich angesteckt hat, wurde gesagt, es wäre Schweinegrippe ..
Aber im Prinzip isses ja auch völlig wurscht. Die “Behandlung” (Hustensaft, Fiebersenker) ist eh dieselbe.

Den Husten haben mein Mann und ich mittlerweile auch :( .. ziemlich ätzend .. schonmal mit Zahnwurzelentzündung nen Hustenanfall gehabt? .. nicht schön .. gar nicht schön ..

Was nun mit der Entzündung wird, weiß ich auch noch nicht. Die Antibiotika sind alle. Aber seit gestern ist es ein klein wenig besser geworden - ich brauche nicht mehr alle 4 Stunden 800mg Ibuprofen, meistens reichen jetzt 400mg. Naja, und ein bissl Tramal.
Neue Antibiotika verschreibt mir mein “neuer” Hausarzt nicht. Ich hatte angerufen und praktisch darum gebettelt (bei der Sprechstundenhilfe). Ich sollte dann nochmal anrufen, hab mich aber nicht getraut .. mein Mann musste eh noch einkaufen, also hab ich ihn hingeschickt. Nix zu machen. Ich soll zum Zahnarzt gehen. Haha. Witzig. Wenn ich das könnte, würde ich es tun. Mein Heulkrampf hat mir gezeigt, daß es im Moment absolut unmöglich ist. Die letzte OP liegt einfach noch nicht lang genug zurück. Ich kann also nur hoffen, daß die paar Tabletten gereicht haben, um die Entzündung lange genug zurückzudrängen. Wenn nicht .. hm .. Quarkpackungen. Ibuprofen bis zum Erbrechen. Hoffen, daß ich nicht zu den Leuten gehöre, die bei hohen Ibuprofen-Dosen innere Blutungen kriegen. .. alles Scheiße .. :(

Mein Mann mag den “neuen” Arzt übrigens auch nicht. Einfach von der ganzen Art her, noch nichtmal, weil er mir nix verschreiben wollte. Ist ja sein gutes Recht.
Ich stehe nun also vor der Entscheidung, mir einen neuen Hausarzt zu suchen. Gar nicht so einfach. Ich bin kein “guter” Patient. Ich hab schon überlegt, ob ich nen Serienbrief an alle Ärzte in der Nähe losschicke .. “Guten Tag. Ich wäre gern Ihr neuer Patient. Allerdings brauche ich etwa halbjährlich eine Dröhnung Antibiotika für ne Zahnwurzelentzündung, weil ich durch eine extreme Dentalphobie nur etwa alle 2 Jahre zum Zahnarzt gehen kann, um mich in Vollnarkose behandeln zu lassen. Außerdem brauche ich als Typ-I-Diabetiker regelmäßig Insulin und Teststreifen, werde Ihnen aber im Gegenzug meine Blutzuckerwerte nicht nennen. Wenn Sie darauf bestehen, werde ich lügen. Bitte geben Sie mir dann ein paar Tage Zeit, damit ich die Tagebücher entsprechend fälschen kann. Wenn es Sie glücklich macht, dürfen sie aber 1mal im Jahr Blut abnehmen und selbst nachschauen, wie meine Werte so aussehen. Nehmen Sie vorher Baldrian, damit Sie beim Ergbenis nicht umfallen. Und wenn die Krankenkassen es brauchen, dürfen Sie auch einmal im Quartal so tun, als ob ich mit Ihnen darüber gesprochen hätte. Zusätzlich habe ich diverse psychische Probleme, obs nun Borderline, ADS oder ne Depression ist, wer weiß das schon so genau. Es macht die Zusammenarbeit mit mir aber nicht gerade leichter. Ferner bin ich der Meinung, daß ich mit meinem Körper tun und lassen kann, was ich will - Sie dürfen mir höchstens Ratschläge geben, wenn ich gezielt danach frage, aber ansonsten sollten Sie die Klappe halten und passende Medikamente aufschreiben. Jegliche Diskussionen zum Thema “Rauchen” und “Diät” sind ebenfalls Tabu. Und stellen Sie sich schonmal darauf ein, daß ich mir meine Diagnosen zunächst selbst zusammengoogle. Interesse??”
Mal ehrlich .. so nimmt mich doch keiner. *seufz* .. najut .. am Wichtigsten ist natürlich das Insulin. Die Sprechstundenhilfe vom jetzigen Arzt meinte, das sollte auch weiterhin kein Problem sein. Wenns wirklich so ist, bleib ich vielleicht doch da, und gehe ihm ansonsten aus dem Weg. Oder so. Und für den Rest .. kann man Antibiotika nicht irgendwo im Internet aus dem Ausland bestellen..? *seufz*

23.
11.

Och nöööö …

geschrieben am Montag, 23. November 2009 um 23:23 in Schlaflos

War ja klar. Die letzte Zahn-OP ist ja auch schon wieder 5 Monate her, länger kann sowas ja auch nicht gut gehen. Mein Feind die Zahnwurzelentzündung ist zurück.
Diesmal an dem Zahn, der beim … öhmm .. vorletzten Mal als “gut und gesund” eingestuft wurde, trotz da schon bereits wiederholter Entzündungen. Und weil die ja immer aufmachen, gucken, nix feststellen, wieder zumachen, wird das Mistding logischerweise auch nie gezogen. Genauso wie der andere Zahn auf der Gegenseite.
Ergo sehe ich keinen großen Sinn darin, zum Zahnarzt zu gehen. Machen können die eh nix, und ehrlich gesagt habe ich im Moment auch einfach nicht die Kraft. Die Panikattacken, die ich durch den Mist jetzt schon wieder habe, reichen vollkommen. Danke, Du Scheiß-Gebiss. :(

Gut, also allen Mut zusammengenommen und ab zum Hausarzt, um Antibiotika betteln (Ja, auch DAFÜR muss ich schon Mut sammeln).
Ich hatte mich schon gewundert, warum die Sprechstundenhilfe kein Wort gesagt hat, sondern einfach nur das Rezept gedruckt und zur Unterschrift hingelegt hat. Als ich dann den Arzt gesehen habe, wusste ich warum - das war nicht MEIN Hausarzt. Sondern ein ganz anderer, neuer. Mein “alter” Hausarzt praktiziert nicht mehr, offiziell dann ab 1.1., aber “der andere” hat schon übernommen.
Es kam wie es kommen musste: “Öhm .. Frau R.? Kommen Sie doch mal bitte mit nach hinten .. ”
*seufz* .. also ab ins Besprechungszimmer. Hab mich entschieden, völlig ehrlich zu sein, und hab stumpf gesagt: Schönen guten Tag, ich komme wegen meiner halbjährlichen Zahnwurzelentzündung. Und nein, wegen meiner Zahnbehandlungsphobie kann ich nicht zum Zahnarzt. Außerdem will ich nur alle 1-3 Jahre in Vollnarkose. Darüber hinaus machen die an dem Zahn eh nix, weil der immer als “gesund” eingestuft wird.
Nach ein bisschen blöd gucken gabs dann erstmal die übliche Anti-Antibiotika-Rede, weil nix gut für Körper. Darm und so. Jaaaa, ich weiß. Spontan wollte ich schon sagen “Besser alle halbe Jahr ein Antibiotikum als vor Schmerz und Angst aus dem Fenster springen.”, habs mir aber für dieses Mal verkniffen. Ich kenne den Typen ja noch nicht, wer weiß, wie der auf sowas reagiert …
Lange Rede, kurzer Sinn - er hat recht widerwillig das Rezept unterschrieben. 10x Isocillin. Die vermutlich wieder mal nicht reichen werden .. *seufz* ..

Und nu hock ich wieder hier. SCHON wieder hier. Hab noch massig zu tun, und kann mich auf nichts konzentrieren, weil da in meinem Gesicht was ziemlich schmerzhaft vor sich hin tuckert. Und bei jedem “Tuck” setzt mein Herz vor Angst nen Schlag lang aus. Noch hangel ich mich mit Ibuprofen durch, unter anderem auch, weil es zusätzlich entzündungshemmend wirkt. Außerdem möchte ich meinen sorgsam gehüteten Schatz, die Restbestände Tramal von der Kalkschulter, wirklich erst dann nehmen, wenn ich nicht mehr geradeaus gucken kann.

Dann drückt mal die Daumen, daß das bisschen Isocillin erstmal wirkt, so daß ich noch ein paar Monate Zeit bis zum nächsten Zahnarztbesuch habe .. :(

EDIT:
OK .. meine sorgsam beschützten Tramal-Vorräte sind nutzlos. :( .. es wird immer schlimmer .. und ich bin mir ziemlich sicher, daß das Antibiotikum nicht ausreichen wird. Hat einer von Euch noch was übrig? Ist jetzt wirklich ernst gemeint. Ich zahl auch die Portokosten. Ich nehm Alles, was nach Antibiotika aussieht. Ich bin so ziemlich am Ende im Moment *seufz* .. E-Mail-Addy ist im Impressum .. danke ..

19.
11.

Neue Rückschläge

geschrieben am Donnerstag, 19. November 2009 um 13:59 in Familie

Argh .. eigentlich bin ich jetzt immerhin soweit, daß ich verstanden habe, was, wann, wie zu tun ist. Dementsprechend ging es mir auch schon besser.
Bis dann heute zuerst die Rechnung von der Stadt für die Beerdigung kam..
Anscheinend wurde die “Liegezeit” für Urnen von 20 auf 25 Jahre verlängert. Dadurch muss ich jetzt 11 Jahre nachkaufen statt 6. Und das macht mal eben 500 Euro aus :(
Danach habe ich dann mal auf die Konten geguckt. Zweiter Schock heute: Mutters Konto scheint gesperrt zu sein. Am 15. hätten Strom, Wasser und Grundbesitzabgaben abgebucht werden müssen. Wurden sie aber nicht. Und es wäre das erste Mal, daß sich das verzögert… also habe ich gerade erstmal Entschuldigungsmails an die entsprechenden Betriebe geschickt.
Jetzt muss ich morgen auf der Bank erstmal Krach machen. Die hatten zugesagt, daß weitere Abbuchungen vom sogenannten “Nachlasskonto” kein Problem seien. Tja. Anscheinend doch. :(

Mal sehen, wie das morgen läuft. Das Konto ist nämlich gut im Minus. Und das Minus kann ich zur Zeit nicht ausgleichen. Und die abgelehnten Abbuchungen machen nochmal über 500 Euro aus. Zusätzlich gehen nochmal 164 Euro an zuviel gezahltem Kindergeld runter. Ich hab keine Ahnung, ob die Bank das mitmacht. Das macht mir schon ein wenig Angst .. wär schon blöd, so ohne Wasser und Strom ..

10.
11.

Mir platzt der Kopf

geschrieben am Dienstag, 10. November 2009 um 00:49 in Familie, Schlaflos

Ich glaube, ich drehe so langsam durch. Nicht nur, daß mir die Trauer psychisch und physisch zu Schaffen macht, ich fühle mich mit dem ganzen Ämterkram auch ziemlich überfordert :(
Ich habe einfach Angst, etwas falsch zu machen. Daß ich jemandem zu früh oder zu spät Bescheid gebe, daß sich da was überschneidet, daß unnötige Kosten verursacht werden, daß ich über den Tisch gezogen werde, etc.
Ich dachte, ich fange “leicht” an, und hab erstmal telefonisch dem zuständigen Amtsgericht Bescheid gegeben, und daß ich den Betreuungs-Ausweis zurückschicken werde. Nun wollen die aber trotzdem noch ein Vermögensverzeichnis. Und da gehts dann schon los - was ist diese olle Doppelhaushälfte eigentlich wert?! Außerdem läuft von Mutters Konto noch irgendein Kredit .. Gesamthöhe, Restsumme, unbekannt. Das kann ich da ja schlecht reinschreiben, also hab ich ne Mail an den Kreditgeber geschrieben, und muss da jetzt erstmal auf Antwort warten. So lange kann ich auch dem Amtgericht meiner Schwester nichts schreiben, denn DIE wollen auch so ein Vermögenserzeichnis, wegen Erbe uns so.
Ich hab dann auch direkt ne Mail an das Grundsicherungs-Amt geschrieben, das erschien mir noch recht wichtig. Per Mail lässt sich da zwar nicht viel klären, aber die können mir hoffentlich sagen, welche Unterlagen ich mitbringen muss. Damit ich weiß, von welchem Pontius zu welchem Pilatus ich rennen muss, um die Sachen zusammenzusammeln.
Ich hab auch direkt schon gefragt, ob bei den Kosten der Unterkunft nun endlich eine “Flächenberechnung” möglich ist - denn wenn es bei den popeligen 50 Euro durch die Pro-Kopf-Berechnung bleibt, die meine Schwester zur Zeit bekommt, habe ich mittlerweile echt Angst, daß wir das Haus doch nicht behalten können. Und logisch betrachtet ist sie ja für die Hälfte der Kosten verantwortlich, also Grundbesitzabgaben, Gebäudeversicherung, Müllabfuhr, sie heizt genausoviel wie wir, etc. Aber “Logik” und “Amt” passt ja nun nicht immer zusammen…
Familienkasse muss ich auch noch Bescheid geben. “Guten Tag, bitte behalten Sie die 164 Euro Kindergeld.” .. :( .. vermutlich muss ich die dann neu beantragen, für meine Schwester direkt, aber dann wirds bei der Grundsicherung wieder abgezogen. Also “für uns” völlig Humbug, aber das Amt wird es anders sehen *seufz*
Versicherungen sind auch noch dran. Aber was mach ich mit der “Auto-Versicherung”? Ich kann die wohl kaum jetzt schon kündigen, noch steht die Klapperkiste ja im Garten .. also erst verkaufen? Dann müssen wir zuerst nen neuen Fahrzeugbrief beantragen, ohne geht ja nix .. also da auch erstmal warten .. andere Versicherungen müssen umgeschrieben werden (Gebäudeversicherung ist ja Pflicht, meine Schwester braucht die Haftpflicht, etc.). Geht aber eigentlich auch noch nicht, da ich noch nicht weiß, ob ich Mutters Bankkonto unter derselben Kontonummer weiterführen kann, oder ob sich das auch noch ändert .. also erstmal zur Bank. Die könnten theoretisch die Konten erstmal sperren. Dann kann ich mit eingen netten Briefen rechnen, von denen, die noch abbuchen wollen. Und dann? Erstmal sagen, buchen Sie von woanders ab, dann irgendwann NOCHMAL nen Brief schicken, jetzt können sie HIER abbuchen?! Da muss ich mir ja was einfallen lassen, Stromrechnungen und co. sind ja nicht unwichtig .. und was brauche ich für die Bank? Muss ich doch erst noch für teuer Geld nen Erbschein holen? WO? Und wie lange dauert der Spaß dann wieder .. und muss ich für Gerichte, Ämter und Behörden auch möglichst schnell das Grundbuch ändern lassen? Auch hier: WO? WIE? Und was kostet das dann wieder? Bin völlig Pleite .. und was passiert mit unserem Kredit, der wohl auch im Grundbuch eingetragen ist? Achja, “ambulantes Betreutes Wohnen” muss ich für meine Schwester auch noch beantragen. Und der ganze Kleinkram wie Zeitungsabos. Eigentlich soll auch der Telefonanschluss gekündigt werden, und meine Schwester soll bei uns mit “an die Leitung”. Das geht aber auch erst, wenn wir hier die nötige Technik haben, für die gerade mal gar kein Geld da ist. Wie lange kann ich mir mit der “Kündigung wegen Todesfall” Zeit lassen? Sieht ja auch blöd aus, wenn ich in nem halben Jahr schreibe “Frau T. ist vor 6 Monaten verstorben, ich möchte bitte eine Sonderkündigung wegen Todesfall” … ich werde auch bei einigen Sachen (Amt, Bank) persönlich hingehen müssen .. was mache ich mit Maya? Die muss wohl mit. So lieb ich sie auch habe, aber zur Zeit ist sie sehr quirlig, und nicht besonders gut geeignet, um bei “wichtigen Gesprächen” im Raum herumzuwirbeln :( .. Boah, wie ich meine Mama vermisse ..

In meinem Kopf dreht sich Alles. Ich wollte Alles “Schritt für Schritt” erledigen, habe aber keinen Plan davon, welcher Schritt nun der erste sein soll. Irgendwie hängt immer irgendwas von irgendwas anderem ab, und ich kriege in meinem wirren Kopf keine Kausalkette zusammen, die ich bis zum Anfang verfolgen könnte. Gibts vielleicht auch gar nicht, vermutlich müssten ein paar Sachen einfach “gleichzeitig” geschehen .. Und wie das bei mir so ist, verfalle ich gerne mal in Schocklähmung. Nach dem Motto: Nix machen, dann machste auch nix falsch. Was völliger Blödsinn ist. Auch wenn mein Mann sagt “Warte doch erstmal ab, was da noch kommt.” Was soll denn noch kommen? Fürs Standesamt ist die Sache erledigt, ich hab die Sterbeurkunden hier. Das wars. Alles andere liegt bei mir. Und mich aus dieser “Lähmung” rauszukämpfen ist so verdammt schwer ..
Aber ich kämpfe mich durch. Und jedes kleine Bisschen ist anstrengend. Sogar schon das Telefonat mit dem Amtsgericht, und der Brief, den ich gerade schonmal verfasst habe. Die Mail ans Grundsicherungs-Amt. Die Mail an das Kredit-Institut. Das Kramen in den Unterlagen. Ich bin völlig fertig. Mir ist kotzübel. Ich verspüre auch keine Erleichterung à la: Guck, das haste jetzt schonmal geschafft. Dafür war es einfach noch zu wenig. Das war nur ein Bruchteil dessen, was ich noch erledigen muss. Hatte ich schon erwähnt, daß ich auch noch nen mehrere Seiten langen Antrag für die Künstlersozialkasse fertig machen muss? Und daß es mich zwischen 1000 und 3000 Euro im Jahr kosten kann, wenn ich da was “Falsches” schreibe? Und daß mein Insulin fast leer ist, und ich diese Woche zum Arzt müsste, was mit Busfahrerei etwa 2-3 Stunden dauert, während mein Kind unter dem Regenschutz des Kinderwagens dauerbrüllt, und das, wo meine Nerven eh schon blank liegen? Daß es mich ankotzt, daß ich mittlerweile wieder 115 Kilo wiege, und nichts dagegen machen kann, weil Fressen das einzige ist, was mich bei meinen nächtlichen Grübeleien auf dem Boden hält?

Ich möchte einfach nur in einer Ecke liegen. Oder mich irgendwo einbuddeln. Weckt mich so ungefähr in nem Jahr, bis dahin hat sich hoffentlich alles geklärt .. :(

7.
11.

Neuer Tag, neue Sorgen

geschrieben am Samstag, 7. November 2009 um 14:31 in Familie

Als ich vorhin den Brief von Mutters Lebensversicherung gefunden habe, habe ich mich zunächst gefreut, daß die so schnell reagieren … und dann bin ich kreideweiß geworden und fast umgefallen, als ich den Auszahlungsbetrag gesehen habe … :(

Wir waren bisher davon ausgegangen, daß die Versicherung so Pi mal Daumen die Beerdigungskosten abdeckt. Abgeschlossen 2004, also war es auch länger als 3 Jahre her, alles kein Problem ..
Jetzt hat sich wohl herausgestellt, daß es Ende 2007 eine Vetragsänderung gab, Mutter hat sich vermutlich irgendwas auszahlen lassen .. und dann gilt die 3-Jahres-Wartefrist anscheinend neu. Mit dem Resultat, daß wir jetzt nur die seitdem eingezahlten Beiträge erstattet bekommen .. 160 Euro. .. *haumitkoppauftischkante* .. kurz gesagt: auf uns kommen jetzt Schulden von ungefähr 2900 Euro zu .. *hauHÄRTERmitkoppauftischkante* ..

Ihr seht an dem “wohl”, “vermutlich”, “anscheinend”, daß das noch nicht 100%ig geklärt ist - ich habe die Unterlagen noch nicht vorliegen, die hat noch der Bestatter, und wer weiß, was im Mutters Wohnung noch so rumliegt. Also werde ich am Montag erstmal rumtelefonieren. Allerdings kann ich mich erinnern, daß Mutter sich wirklich irgendwann etwas hat auszahlen lassen .. und das könnte tatsächlich gut im Jahr 2007 gewesen sein .. :(

Nungut .. wenn es wirklich so ist, können wir es auch nicht ändern. Und auch wenn wir es vorher gewusst hätten, wäre die Beerdigung nicht billiger geworden - es war ja schon so ziemlich das “schlichteste Modell”, da gab es kein großes “Einsparpotenzial”. Trotzdem ist mir jetzt erstmal kotzübel ..

EDIT: Hab gesehen, daß die Versicherung auch Samstags zu erreichen ist, und gerade mit denen telefoniert .. nix zu machen. Mutter hatte im November 08 gekündigt, und erst im März 09 wieder “neu angefangen”… *seufz*

29.
10.

Abschied

geschrieben am Donnerstag, 29. Oktober 2009 um 06:04 in Familie

Meine Mama ist gestern, am 28.10., morgens um 9:05 Uhr gestorben.

Der Tag war extrem anstrengend .. es musste eine Menge geklärt werden, wir waren bis 8 Uhr Abends unterwegs. Danach bin ich einfach nur umgefallen und eingeschlafen.
Heute werde ich mich den Adress- und Telefonlisten für die Benachrichtigung widmen und dann mit meinem Mann zum Friedhof fahren, Grab herrichten und Blumen aussuchen.

Mehr schreibe ich jetzt auch gar nicht. Ich geh wieder ins Bett.

28.
10.

.. nur noch Stunden?

geschrieben am Mittwoch, 28. Oktober 2009 um 03:27 in Familie, Schlaflos

*seufz* .. der Anruf vom Hospiz raubt mir jetzt völlig den Schlaf .. diese Ungewissheit, dieses Warten, dieses Hin und Her ..
Ich mein, wenn nachts um halb 2 das Telefon klingelt, und es steht die Nummer vom Hospiz im Display .. da erwartet man die “schlechteste aller Nachrichten”. Und dann war es doch nur wieder eine “Vorwarnung” .. “Ihrer Mutter geht es schlechter” .. Rasselatmung, marmorierte Beine .. also fast so, wie schon gestern Abend, als ich sie besucht habe. Aber die Atemaussetzer werden wieder länger ..

Ja, der Anruf war lieb gemeint. Nach dem Motto: “Wenn Sie dabei sein wollen, sollten Sie jetzt losfahren.” … und ja, ich wäre gern dabei. Aber ich kann nicht. Ich bringe es nicht fertig, meinen Mann zu wecken, um mich hinfahren zu lassen. Und das Bekloppte ist: Wäre es die erste “Vorwarnung” gewesen, hätte ich nicht gezögert, ihn und das Kind aus dem Schlaf zu reißen. Aber ich wurde jetzt schon so oft “gewarnt”. Es wird mal schlechter, mal besser. Am Sonntag hieß es schon “vielleicht diese Nacht”. Am Montag dann “wir warten mal die Woche ab”. Gestern Abend dann “ja, ist schlechter geworden .. ABER der Puls ist noch kräftig”. Und die Anruferin heute sagte dann “es könnte diese Nacht passieren” ..
.. langsam halte ich das nicht mehr aus .. :( .. ich will einfach nur Klarheit … und wenn es heute Nacht NICHT passiert .. ich schaffe es auch nicht, stundenlang an Mutters Bett zu sitzen und zu warten, ich würde irgendwann durchdrehen ..

Ich habe sogar schon gegoogelt .. wie lange dauert es noch, wenn das sogenannte “Todesrasseln” eingesetzt hat? Wie lange, nachdem sich Hände und Beine verfärbt haben? .. Überraschende Erkenntnis: Tage bis Stunden. Aha. .. *haumitkoppauftischkante*

Mir ist schon klar, daß sich das niemals genau vorhersagen lässt. Aber es ist so .. quälend. Und ich komme mir mies dabei vor, weil MICH Mutters Abschied quält, obwohl SIE doch diejenige ist, die sich auf den Weg macht ..

Ich habe schon Alternativen überlegt, wie ich zu Mutter komme, ohne meinen Mann zu wecken .. ich könnte mich nach 2einhalb Jahren das erste Mal wieder ans Steuer setzen und Auto fahren .. oder mir ein Taxi nehmen .. ich habe beide Ideen wieder verworfen .. die erste, weil niemandem geholfen wäre, wenn ich am selben Tag wie meine Mutter durch nen Unfall ums Leben komme .. und die zweite, weil die 40 Kilometer einfach zu teuer sind :( .. und wie gesagt die Unsicherheit, wann es denn soweit ist. Kann ja theoretisch auch noch ein paar Tage dauern.. und dann sagt mein Bauch mir die ganze Zeit, daß ich Mutter nicht alleine lassen sollte, und mein Kopf, daß ich das nicht ertragen kann ..

Ich machs mir ja auch wieder schwerer als nötig .. ich muss in 3 Stunden wieder aufstehen, weil ich einen Termin wegen der Bereuung meiner Schwester habe. Bis zu dem Anruf hätte ich sogar gedacht, ich kriege noch ein paar Stunden Schlaf .. aber jetzt wird das natürlich nichts mehr .. dabei könnte ich den Termin ja auch einfach absagen .. aber ich kann nicht (es sei denn, heute Nacht .. ihr wisst schon..) .. irgendwas in mir sagt, daß ich die Maschine am Laufen halten muss, daß sich Alles weiter drehen muss, sonst bricht sie auseinander, sonst breche ICH auseinander .. da wird Schlaf dann plötzlich extrem unwichtig ..
..ich schwanke zwischen Verzweiflung und Angst .. Angst davor, daß das Telefon klingelt .. und es WIRD klingeln. Wenn nicht heute, dann morgen. Oder übermorgen. Ich streife unruhig durch die Wohnung, traurig, wütend, ängstlich, versuche meinen Körper durch Nahrung zu besänftigen, meinen Geist durch die x-te Stargate-Wiederholung, und nichts hilft richtig .. ich ertappe mich bei dem Gedanken “Lass es endlich vorbei sein”, und schäme mich dafür. Ich hab auch schon dran gedacht, mich zu besaufen, aber das ändert ja auch nichts. Gestern Abend am Bett meiner Mutter habe ich mir gewünscht, wir könnten tauschen .. ich müsste dringen die Notbremse ziehen, aber es geht nicht. Die Maschine MUSS weiterlaufen .. laufen, laufen, bis vor die Wand. Haha. Nein, ich bin weder suizidal, noch sehe ich in der näheren Zukunft einen Nervenzusammenbruch auf mich zukommen. Ich hatte auch noch keinen Rückfall in meine Selbstverletzungen (höchstens Selbstschädigung, wenn man Rauchen, Fressen und einen chaotischen Blutzuckerspiegel dazuzählt). Aber ich würde mich mittlerweile als depressiv einstufen. Oder besser: “ich befinde mich in einer depressiven Phase”. Alles im Leben ist phasenweise, und es wird auch wieder eine andere, eine bessere Phase folgen. Irgendwann.

Ich werde jetzt weiter durch die Wohnung tigern, ich habe keine Ruhe mehr, um vor dem Rechner zu sitzen. Eine Tablette gegen das Herzrasen nehmen, dazu ne Handvoll Baldrian. Dann vermutlich die Nacht durchmachen. Morgen einen früheren Bus nehmen und die Zeit für ein Maxi-Menü-Frühstück bei McDonalds nutzen. Ja. Pläne sind was Gutes ..

26.
10.

Vielleicht ne Woche noch ..

geschrieben am Montag, 26. Oktober 2009 um 03:10 in Familie

… das hat mir die Krankenschwester heute im Hospiz gesagt ..

Meiner Mutter geht es mittlerweile immer schneller immer schlechter. Sie kann schon seit ner Weile nicht mehr aufstehen, hat aber bis vor ein paar Tagen immer noch reagiert, zwischendurch gebrabbelt, etc.
Seit gestern tut sie das nicht mehr. Sie schläft nur noch .. und sie hat auch schon Atemaussetzer :( .. die Besuche fallen mir immer schwerer .. ich kann ja nicht mehr tun, als neben ihrem Bett zu sitzen, ihre Hand zu halten .. und zu heulen. In der Hoffnung, daß sie mich nicht dabei “erwischt” .. aber für den Fall habe ich immer ne Ausrede parat .. sie soll in ihren letzten Stunden ja nicht denken, daß ich wegen IHR heule ..
Trotzdem werde ich ab jetzt jeden Tag hinfahren. Ich muss einfach.

Und nun sitz ich hier. Ich hab versucht, mich mit Arbeit abzulenken, aber so ganz will das nicht funktionieren. Die meiste Zeit schiele ich ja doch nur auf das Telefon und warte auf den Anruf.
Ich denke zwar immer noch, daß es gut ist, daß ich eine so lange Vorbereitungszeit hatte .. aber .. doch .. es sind schwere Zeiten.

Jetzt zum Ende hin kommen auch die Gedanken wieder .. warum muss IHR das passieren? .. sie hätte doch noch gut und gerne 10 oder 20 Jahre leben können .. warum frisst sich ein Glioblastom in ihr Gehirn und zerstört Alles, innerhalb von nur 4 Monaten? Warum zum Teufel muss meine Mama weggehen?
Mein Gehirn weigert sich immer noch, wirklich deutliche Erinnerungen auszuspucken, wie es vorher war .. immer nur Bilderblitze .. von unserem Ausflug in den Movie Park, Gut Eversum oder Ter Huurne .. aber die alltäglichen Sachen .. sie hat doch täglich eine oder mehrere Stunden bei mir verbracht .. aber wenn ich mir vorstellen will, wie sie da auf dem Sofa saß .. nix .. *seufz* .. wer weiß, vielleicht ist das ja auch ganz gut so .. das bloße Wissen, daß meine Mama bald nicht mehr da sein wird, lässt mich ja schon immer wieder in Tränen ausbrechen, und danach wird es auch noch eine ganze Weile nicht anders sein …

Dazu dann die Zukunftsängste .. klar, ich habe mich soweit es irgend ging vorbereitet .. aber wie es schlussendlich bei Ämtern, Banken, Versicherungen und Behörden tatsächlich abläuft .. keine Ahnung .. ich hoffe, wir können zumindest das Haus irgendwie behalten ..

Doch, ich fühle mich von der Gesamtsituation schon fast überfordert .. Kleinkind, behinderte Schwester, Geldsorgen, Trauer, Gesundheitsprobleme, Haushalt, Arbeit, Ämter und Behörden .. dummerweise wird nichts davon einfach so verschwinden, ich habe keine wirkliche Wahl. Der Gedanke, einfach Kind und Kegel zu schnappen und irgendwohin auszuwandern ist zwar immer irgendwo im Hinterkopf, aber natürlich unmöglich umzusetzen. Ich kann weder meine Schwester im Stich lassen, noch alle anderen Kontakte hier abbrechen .. also kämpfe ich mich durch. In der Hoffnung, daß auch irgendwann wieder bessere Zeiten kommen.

20.
10.

Die Sache mit dem Ei …

geschrieben am Dienstag, 20. Oktober 2009 um 23:03 in Familie, Merkwürdigkeiten

Heute Morgen gabs zum Frühstück für Maya ein hartgekochtes Ei. Und wie das so üblich ist, habe ich es gepellt und die Schale in den Müll geworfen. Daraufhin strahlt mich meine Tochter an, zeigt auf die Tüte und sagt “Pelle Müll!!” ..
Ich hab dann erstmal - in Freude über einen weiteren gelungenen Zweiwortsatz - gesagt: “Ja, Schatz, genau, die Schale muss in den Müll, die kann man nicht mitessen.” .. und dann fing ich an zu überlegen ..

.. im Prinzip hat meine Tochter doch recht. Schließlich sage ich bei jedem Eier-Pell-Vorgang “Ich pelle jetzt das Ei” (wie jede gute Mutter renne ich den ganzen Tag schwafelnd durch die Gegend und kommentiere Alles was ich tue ..). Und klar - wie soll Maya da auf die Idee kommen, daß das Ei eine Schale hat, und keine Pelle.
Äpfel und Kartoffeln haben eine Schale, sie werden geschält. Wurst hat ne Pelle und wird gepellt. Aber Eier haben ne Schale - und werden trotzdem gepellt. Hmm .. wobei Kartoffeln auch gepellt werden können - nämlich dann, wenn sie vorher gekocht werden. Daher auch der sinnige Name “Pellkartoffeln” ;)

Erste Überlegung war nun: Zum Schälen braucht man ein Hilfsmittel (Schäler, Messer), während man beim Pellen mit den Fingern auskommt. Also praktisch, wenn die “Umhüllung” von vornherein schon nicht direkt mit dem Inhalt zusammenhängt.
Dummerweise macht mir da die Banane einen Strich durch die Rechnung ..
An der Dicke der Schale bzw. Pelle kanns auch nicht liegen, schließlich sind Apfel- und Kartoffelschale ja viel dünner als die Eierschale, die Bananenschale widerum wesentlich dicker.

Vielleicht werden nur gekochte Sachen gepellt..? Pellkartoffeln sind gekocht, gekochte Eier logischerweise auch .. Wurst wurde in den meisten Fällen auch gekocht, gebrüht oder auch geräuchert .. bei Tomaten spricht man nach dem Kochen auch eher von “Haut abziehen” als von “schälen”.. hmm .. ich geh gerade im Geiste alle möglichen Lebensmittel durch .. fällt Euch noch was ein, was NACH dem Kochen geschält oder VOR dem Kochen, bzw. roh gepellt wird ..? .. Mir spontan nicht, aber das muss nix heßen^^

Vatter Goggel hat übrigens ergeben, da Wörter wie “pellen” oder “schälen” einfach regional bedingt sein sollen. Im südlichen Raum heißt es eher “Eier schälen”, Pelle / pellen ist wohl eher was norddeutsches .. übrigens gibt es auch “Schälkartoffeln”, die den Pellkartoffeln entsprechen ..

Vielleicht sollte ich demnächst lieber Rühreier zum Frühstück machen, dann stellt sich die Frage nicht ;)

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